Aaaaaaaaaaaah! Ich ärgere mich schwarz. Eigentlich habe ich mich ja schon daran gewöhnt, dass gelegentlich mal das Mobiltelefon klingelt und nach nur einem Rufton wieder einschlummert. Als entgangener Anruf wird eine Nummer angezeigt, die beim oberflächlichen drübersehen als Handynummer durchgehen könnte.
Beispiel: 0137720999 (Leicht zu verwechseln mit 0173).
Diese Nummern gehören zu so genannten Mehrwertdiensten. Ein Anruf auf eine solche Nummer kann leicht bis zu 2 Eur kosten. Die Betreiber solcher Anrufwellen setzen darauf, dass die Betroffenen glauben einen wichtigen Anruf verpasst zu haben und zurück rufen.
Abgespeist wird man dann meist mit einem einfachen “Vielen Dank” oder “Danke, dass Sie abgestimmt haben”.
Im schlimmsten Fall ruft man aufgrund der rätselhaften Ansage sogar mehrfach an. Der Schaden für den einzelnen mag nicht erheblich sein, aber bei nur 1 Eur pro Rückruf und einer automatisierten Anrufwelle in ganzen Handynummerbereichen (z.B. 0170-xxxxx – 0179-xxxxx) kommen für die Täter leicht etliche 100.000 Eur zusammen.
Jetzt hat es mich auch erwischt. Dabei habe ich sogar vorher schon 2 Anrufe von dieser Nummer identifiziert und nicht zurückgerufen, doch beim dritten mal erwartete ich einen wichtigen Anruf von einem Bühnenbauer und kannte seine Nummer nicht. Durch die Aufregunge war ich unaufmerksam! Dabei halte ich mich eigentlich nicht für einen sonderlich leicht zu übertölpelnden Mitbürger.
Die Gesetzgebung erschwert es den Betroffenen ziemlich gegen die Täter vorzugeben. Man kommt fast nicht an die Adressen der (Briefkasten-)Firmen und dank niedriger Streitwerte haben selbst dann Klagen bzw. Anzeigen wenig Aussicht auf Erfolg.
Es ist dennoch wichtig etwas gegen diese Abzocke zu tun und nicht aus Bequemlichkeit auf ein Vorgehen zu verzichten!
Auch bei den relativ aufwendigen und selten von Erfolg gekrönten Irrwegen der Strafanzeige sollte man als Geschädigter gegen diese Betrüger vorgehen.
Die im Folgenden aufgeführten Tipps habe ich größten Teils von dialerschutz.de übernommen.
So gehen wir als Geschädigte vor:
- Der Vorgang sollte der Bundesnetzagentur gemeldet werden.
Sie kann die Nummer sperren und so zumindest dafür sorgen, dass keine weiteren Menschen auf diesen Trick (bei dieser Nummer) hereinfallen.
Leider werden die Anrufwellen immer öfter am Wochenende eingeleitet, da dann die Bundesnetzagentur nicht arbeitet.
Sie erreichen die Behörde unter rufnummernspam@bnetza.de oder per Fax unter 06321 / 934 – 111. Diealerschutz bietet einen Musterbrief für diese Aufgabe an. - Finden Sie den Endverantworlichen der Rufnummer heraus.
Es gibt nur einige wenige Firmen, die die Mehrwerdienstnummern anbieten. Leider treten diese als Widerverkäufer auf und verkaufen ganze Nummernblocks wiederrum an kleinere Firmen, die ihrerseits wieder an Kunden vermieten können.
Die Bundesnetzagentur zeigt in ihrer Datenbank welche Nummernblöcke an welche Unternehmen (1. Ebene) vergeben wurden. Deren Adressen gibt die Behörde ebenso bekannt. So kann man eine Vergabefirma herausfinden und diese um die Nennung der Endverantworlichen bitten. Sollte das Unternehmen die Herausgabe verweigern, so informiert man ebenfalls die Bundesnetzagentur. - Nun hat man alles zusammen. Es kann Strafanzeige erstattet werden.
Zuständig ist die nächste Polizei, Kripo oder Statsanwaltschaft. Wichtig ist alles genau zu dokumentieren. Also die Liste entgangener Anrufe sichern bzw. mit zur Polizei nehmen. Handyrechnung mitnehmen etc. - Wer mutig ist, bzw. die Mühe von Papierkrieg und Stress auf sich nehmen mag, sollte die Zahlung des Betrags an seinen Mobilfunkanbieter verweigern. Das gibt mit Sicherheit einigen Ärger, denn die Mobilfunkprovider sehen sich nicht in der Pflicht herauszufinden ob das Geld, dass Sie eintreiben sollen rechtmäßig in Rechnung gestellt wurde.
Sobald der strittige Betrag jedoch einmal bezahlt wurde, ist er für immer weg. Daher am besten die Lastschrift rückbuchen und den unstrittigen Betrag SOFORT wieder überweisen. Damit zeigt man, dass es nur um die Summe der Abzocke geht.
Das ist der Weg, den ich die kommenden Tage auch gehen werde. Hoffentlich werden andere dies auch tun.
Die Politik und die deutschen Mobilfunkunternehmen sind in der Pflicht einge Grundlage gegen diese Machenschaften zu erstellen und unbörokratische Hilfe anzubieten.
Es wäre sehr sinnvoll, wenn die Politik in Zukunft etwas gegen diese Abzocke tun würde und dafür sorgt, dass es einfacher wird diese Machenschaften zu unterbinden. Ebenfalls sinnvoll wäre es, dass bei quantitativ hohen Einsprüchen Gelder von Firmen, die verdächtig sind von den Mobilfunkanbietern nicht sofort weitergereicht werden sondern erst nach Prüfung der Bundesnetzagentur (gerne auch nach Abzug einer Bearbeitungsgebühr von z.B. 10%) freigegeben wird oder gutgeschrieben wird.
So würde zumindest ein Teil, vermutlich sogar der größte, wieder an die Verbraucher zurückfließen.













wie kann ich mir der bundesnetzagentur kontak aufnehmen??
Du erreichst die Bundesnetzagentur unter anderem via Email:
rufnummernspam@bnetza.de
Aber Gott sei Dank tut die Bundesregierung ja gerade etwas gegen den Rufnummernspam!