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Episode 06 – Barrierefreies Webdesign

Erneut erfreuen wir Euch mit der Veröffentlichung einer Podcast Episode aus dem Hause “Blue Moped Blog”. Unsere Statistiken zeigen, dass die letzte Folge besonders gut ankam. Danke für die “Gazillions” von Hörern, die sich mittlerweile unsere Informationen reinziehen. Diesmal soll es um ein ganz besonderes Thema gehen, das fast nahtlos an die letze Folge anschließt: Barrierefreies Internet.

Barrierefreies Internet bezeichnet Internet-Angebote, die von allen unabhängig von ihren körperlichen und/oder technischen Möglichkeiten uneingeschränkt genutzt werden können.

Leider ist die Tonqualität diesmal wieder etwas schlechter, was ausnahmsweise nicht daran liegt, dass zwischen Essen und Karlsruhe der ein oder andere Kilometer liegt. Wir haben die Podcastfolge in der Kippe in Karlsruhe aufgenommen. Dummerweise sind die Biergartengeräusche einfach relativ laut. Daher ist vielleicht an der ein oder anderen Stelle die akustische Verständlichkeit auf der Strecke geblieben. Wir bitten um Verzeihung. Man könnte fast sagen, ein gutes Beispiel wie man guten Inhalt nicht barrierefrei anbieten kann :) .
Außerdem bemerkt Ihr sicherlich schnell, dass der Podcast schon ein paar Tage auf der Festplatte schlummert, da wir immer noch der deutschen Nationalmannschaft die Daumen drücken… Nun ja.

Zugängliche Webseiten

Während unserer Aufnahme haben DJ und ich uns entschlossen doch eher weg vom Begriff der Barrierefreiheit zu gehen, da dieser allzugern mit behindertengerecht gleichgesetzt wird. Besser gefällt uns der Begriff der “Zugänglichkeit“!
Einge gute Definition von barrierefreiem (oder zugänglichem) Internet bietet wie immer Wikipedia, das wir auch als Quelle für einige Zitate genutzt haben.

Aber was gehört nun eigentlich alles zu einer zugänglichen Webseite bzw. was gehört eben nicht dazu. Auch wenn Zugänglichkeit, wie wir noch lernen werden, immer eine subjektive Bewertung beinhaltet, bietete das W3C mit den WCAG 1.0 (Web Content Accessibility Guidelines) einen sehr guten und wichtigen Anhaltspunkt was es zu beachten gilt.

Eine zugängliche Webseite muß den Inhalt, das Design und das Verhalten voneinander trennen (siehe unseren letzten Podcast), denn es muß möglich sein, die Webseite in einem anderen Layout anzusehen als es von dem Designer vorgesehen wurde. Ein Besucher, der einen Textbrowser benutzt, kann z.B. unmöglich eine Navigation sehen, die nur aus einem Bild und einer Imagemap besteht.

Barrieren sind sehr subjektiv – man wird nie alle Barrieren für jeden denklichen Benutzer aus den Weg räumen können (oder: es sieht schrecklich aus, würde man es machen). Deshalb sollte man sich Gedanken darüber machen, welche Barrieren bei dem Zielpublikum der Webseite auftreten könnten. Hier einige der häufigeren und besser bekannten Barrieren:

  • Blinde Menschen müssen Braillezeile oder sprachausgabefähige Browser (sog. Screenreader) benutzen.
  • Sehschwache Menschen können kleine Schrift nicht lesen und haben Probleme mit kontrastarmen Layouts.
  • Menschen mit einer Farbfehlsichtigkeit (z.B. Rot-Grün-Sehschwäche) können manche Farben nicht unterscheiden, auch wenn sie für normalsichtige Menschen kontrastreich dargestellt werden.
  • Menschen mit kognitiven Behinderungen aber auch Nicht-Mutterpsrachler haben Schwierigkeiten, komplizierte Sätze und Fach- und Fremdwörter zu verstehen.
  • Mobiltelefone oder PDAs haben nur eine sehr begrenzte Bildschirmgröße und Prozessorpower
  • Nicht alle haben die neusten Browser und Plugins. Java und Flash kann man z.B. nicht bei jedem vorraussetzen.
  • Suchmaschinen (wer möchte dieses Zielpublikum ausschließen?) verstehen nicht alles (z.B. JavaScript Redirects) und bestrafen manches durch Nichtbeachtung.
    .

Jetzt mag man sich denken: “Das ist ja viel mehr Aufwand, lohnt sich der denn?“. Richtig, am Anfang ist es sicherlich etwas Mehraufwand, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und die geeigneten Techniken und Praktiken zu lernen. Kann man sie aber erst einmal, ist das Erstellen von zugänglichen Webseiten nicht schwerer, als das Erstellen von “normalen” Webseiten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es sogar einfacher von der Hand geht.

Ein gewisses Mindestmaß an Zugänglichkeit sollte daher jeder Dienstleister anbieten und zwar ohne Aufpreis. Besonders zugängliche Seiten sind zwar auch mit einen größeren Aufwand verbunden, wenn eine Agentur aber zusätzlich für die Optimierung auf unterschiedliche Browser, für eine gute Darstellung bei abgeschalteten Stylesheets oder (noch schlimmer) für ein Design, dass nicht auf Tabellen beruht, bezahlt werden will, dann ist das ein Zeichen dafür, dass wenig Kenntnisse vorhanden sind.

Wenn ihr nicht gesetzlich zu barrierefreies Webdesign angehalten seit, sollte ihr euch oder eure Agentur bei eurem nächsten Projekt oder Redesign fragen, ob der relativ kleine Mehraufwand des Barrierefreien Webdesigns nicht einen Mehrwert für euch bringt. Je mehr Menschen (oder Suchmaschinen) eure Webseite besuchen können, destso besser für euer Produkt! Wir können uns nur sehr wenige Beispiele ausdenken, bei denen wir nicht zu einer auf Zugänglichkeit optimierten Webseite raten würden. (Eine Webseite über Internet-Explorer Erweiterungen z.B., die müßte vielleicht nur für den Internet-Explorer zugänglich sein)

Ausblick

Wie findet ihr diesen Podcast? Habt ihr Themenvorschläge? Warum hört ihr uns? Warum nicht? Wir sind gespannt auf euer Feedback!

Ein Thema für den nächsten Podcast steht noch nicht fest. Ihr könnt mitbestimmen, was wir in dem nächsten Podcast behandeln werden. Schreibt uns einfach hier in den Comments oder per E-Mail an sascha AT podcastner PUNKT de oder daniel AT podcastner PUNKT de. Wie Ihr sicherlich bemerkt habt, sind wir momentan etwas ausgelastet mit Sachen, die uns unseren Lebensunterhalt ermöglichen. Der nächste Podcast kommt, der Termin ist allerdings ungewiss (Was bei uns aber nicht heißt, in zwei Monaten, Skala ist eher Wochen). Dann vermutlich auch wieder zusammen aufgenommen und diesmal wohl auch ohne Biergarten ;-) .

Glossar

Textbrowser
Ein Programm zum Anzeigen von Webseiten, dass nur Text anzeigen kann (und das auch meistens nur in einer größe und in einem sehr kleinen Fenster). Wird z.B. zum Surfen im Internet benutzt, wenn keine grafische Oberfläche wie Windows zur Verfügung steht. Ein sehr weit verbreiteter Textbrowser ist lynx, den man auch online ausprobieren kann.
Braillezeile
Ein Ausgabegerät – so wie ein Bildschirm auch – dass Inhalte in Brailleschrift für blinde Menschen anzeigen kann. Texte werden Zeile für Zeile auf diesem Gerät ausgegeben, es ist also sehr schwer Texte zu überfliegen. Hat Probleme mit Text in Bilddateien, Java oder Flash-Filmen.
Screenreader
Ein Programm, dass den Bildschirm durch eine automatische Umsetzung von geschriebenem in gesprochenen Text vorliest. Hat Probleme mit Text in Bilddateien, Java oder Flash-Filmen. Beispiel: JAWS (Demoversion ist erhältlich)
Plugin
Eine Erweiterung für den Browser, um ihm Sachen beizubringen, die er nicht von Haus aus kann.
Java
Eine platformunabhängige Programmiersprache. Programme, die in Java programmiert sind, können (fast) überall ausgeführt werden. Menschen, die viel Wert auf Sicherheit und Leistung setzen, deaktivieren aber oft das Plugin, dass es ermöglicht Java Programme in Webseiten auszuführen. Zugänglichkeit für z.B. blinde Menschen ist schwer zu erreichen.
Flash
Ursprünglich ein Format/ein Plugin, dass einfache Animationen mit kleinen Dateigrößen ermöglichte. Mitlerweile ein sehr mächtiges Format, mit dem ganze Webseiten erstellt werden können. Zugänglichkeit für z.B. blinde Menschen ist schwer zu erreichen.

12 Kommentare to “Episode 06 – Barrierefreies Webdesign”

  1. hervorragender beitrag. kompliment an die autoren.

  2. masone sagt:

    Das wichtigste für mich bei einem Podcast ist die Verständlichkeit und die Professionalität.
    Weil ich denke, dass ihr auf jeden Fall kompetent über interessante Dinge berichten könnt, finde ich es extrem schade, dass ihr euch selber so unprofessionell präsentiert.

    Ich mein… Klar ists im Biergarten lustiger als eingesperrt in einem Zimmerchen. Kommt aber eben recht unprofessionell und unverständlich rüber ;)
    Vielleicht könnte man auch einige Versprecher oder Unterbrüche rauscutten?

  3. Ja ja, wir wissen bescheid und du hast völlig recht! Deshalb kommt der nächste Beitrag auch wieder aus dem haus. :) Dummerweise hat dabei ein anderes Problem zugeschlagen, delay beim aufnehmen mit zwei Computern. Das bügele ich gerad aus und dann gibt es die nächste Episode!

    Die Kritik ist also angekommen und wird wahrgenommen. :)

  4. [...] Wer aber von Anfang an zugängliche Seiten geschraubt hat wird hier nur sehr wenig Überraschungen erleben und braucht wenig optimieren. [...]

  5. masone sagt:

    Ich freu mich drauf :)

  6. quassy sagt:

    Tut mir Leid, aber bei so einer Soundqualität tu ich mir das nicht an :/ auch wenn mich das Thema interessiert hätte… Biergaten ist net so dolle.

  7. @quassy: Ja, du hast ja recht! Das wird wohl auch in der Form nicht mehr vorkommen. Das haben wir selber eingesehen! ;-)

  8. Amore sagt:

    Luogo interessante, buon disegno, lo gradisco, signore! =)

  9. Nützliche Information. Werde diesen Blog öfter besuchen ;-)

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