Die vergangenen Tage musste ich ständig einen RAM-Riegel zwischen meinem MediaCenter und meinem Arbeitsrechner hin und her stecken. Das nervt und sorgt dafür, dass man irgendwann zu faul wird für eine interessante Fernsehsendung wieder den Rechner auszuschalten. Daher habe ich ein paar Bücher aufgeholt, die ich in letzter Zeit angefangen hatte. Darunter auch “The Fall of Advertising & the Rise of PR” von AL & Laura Ries.
Daran, dass ich keine Anzeigenkampagne gegen dieses Buch schalte, sondern darauf setze, dass “Word of Mouth” für sehr eingeschränkte Verkaufszahlen sorgt, erkennt man, dass ich die Botschaft des Buches sehr wohl verstanden habe.
Bitte kauft nicht dieses Buch. Die 3 (in Worten drei) Kernaussagen kann man auch hier zusammenfassen!
Was für eine Zeitverschwendung!
Worum geht es hier? Die Autoren wollen uns auf 280 Seiten davon überzeugen, dass man zum Aufbau einer Marke keine Werbung nutzen sollte sondern Public Relation. Nein, wirklich? Mal abgesehen davon, dass selbst dem letzten normal denkenden Menschen mittlerweile die Kraft der Meinungsbildung durch Pressearbeit und Co klar geworden sein sollte, braucht es nun wirklich nicht kapitelweise Beispiele von fehlinvestierten Werbemillionen, die dann noch nicht mal jeder wirklich interessierten Analyse standhalten würden.
Zu welchem Zweck hängt man wahllos Kosten für Werbekampagnen und ausbleibende oder sinkende Verkaufszahlen aneinander und stellt Zusammenhänge da, die nicht gegeben sein müssen? Im Prinzip betreiben Vater und Tochter hier die gleiche Überzeugungsarbeit mit den gleichen Mitteln, die Sie Werbeagenturen vorwerfen. Auch die Tatsache, dass sie im Prinzip recht haben heiligt da nicht die Mittel.
Für alle die sich für die Thesen des Buches interssieren hier die wichtigsten Fakten:
- Zum Aufbauen einer Marke ist Werbung der falsche Weg. Nutze PR und nimm dir eine ordentliche Portion Geduld mit. Denn Meinungsänderung dauert und ist extern bedingt, nicht durch unternehmenseigene Werbung (die eh keiner glaubt).
- Zum Verteidigen einer Marke ist Werbung geeignet, verzichte aber auch dann nicht auf PR. Verzichte aber umbedingt auf Kreativität bei der Werbung. Die sorgt nur dafür, dass die Werbung bekannt wird, nicht jedoch die Marke.
- Öhm? Denk, denk! Tja. Vielleicht: Sei erster in einer neuen Nische und erstell eine neue Marke anstelle einer “Brand extension”.
Ja, das war es. Es mag bestimmt für den ein oder anderen Leser noch ein paar interessante Hinweise oder Anekdoten geben, aber es ermüdet sehr, wenn man nach der Kernaussage über Seiten nur noch erfährt was Cola, General Motors, WalMart und Co so alles falsch und Absolute, Volvo und andere so alles richtig gemacht haben. Um es mal mit einem Zitat eines anderen Beraters zu formulieren, dessen Buch eins der nächsten auf meiner Lektüreliste ist:
Berater berechnen horrende Honorare dafür, dass sie gesunden Menschenverstand in groteske Worte fassen.
Neil Glass
Das Buch mag nicht so schlecht sein wie ich es hier darstelle, aber wer wirklich was über gute Public Relation Arbeit erfahren will sollte doch eher in ein anderes Werk investieren. Es sei denn er ist derzeit noch nicht überzeugt, dass Werbung, die uns seit Jahrzehnten erzählt wieder einen riesen Durchbruch in der Zahnpastaherstellung errungen zu haben, uns nicht wirklich zum Kauf einer neuen Zahnpastamarke verleiten wird.
Wer es doch kaufen will:
Hier ist der Link zu Amazon. Immerhin kann man es in der broschierten Ausgabe schon für 11,45 Eur kaufen.












