Sascha Postner macht Jagd auf Kommunikation, Webstandards und Public Relations

 

Webseiten mit unterschiedlichen Transferraten testen

Während der eine von uns noch an den Shownotes zur nächsten Podcast Episode schraubt hier schonmal ein Hinweis auf ein sehr nützliches Tool.
Wer gerne mal seine Webseiten mit anderen Transferraten als der eigenen testen will, der hat es ziemlich schwer. Es gibt zwar einige Tools, die einem die Ladezeit der Site berechnen und einem für unterschiedliche Verbindungsgeschwindigkeiten die ideale Ladezeit in Sekunden angeben, aber es geht doch nichts über die persönliche Erfahrung.

Doch wer will schon sämtliche Testumgebungen die man benötigen könnte an seinem Arbeitsplatz vorhalten? Auch die Eltern werden irgendwann nicht mehr so begeistert sein, wenn man sie nur besucht um mal wieder eine neue Webseitenkreation auf ihrem 486er mit 56k Modem zu testen.

Doch das was man für unterschiedliche Betriebssysteme oder Browserversionen tut (nämlich diese über Emulatoren simulieren oder mit virtuellen Hosts parallel laufen lassen) geht tatsächlich auch für TCP/IP Verbindungen. Mir ist nun ein Tool aufgefallen, mit dem man einen Host über eine Art Buffer in den Browser hineinlädt.

speedlimiter.pngDer SpeedLimiter wird dazu als eine Art Webserver gestartet, der auf einem frei zu konfigurierenden Port auf der Heimadresse (127.0.0.1) lauscht. Seine Anfragen werden weitergeleitet an die Adresse, die ebenfalls im Tool konfiguriert werden kann.
Die zurückgesendeten Pakete werden jedoch so ausgebremst, dass der Eindruck entsteht, man surfe mit der ausgewählten Geschwindigkeit.

Dieses Tool hilft einem ganz deutlich bei der subjektiven Einschätzung wie lange eine Seite zum Laden braucht. Außerdem wird einem auch der Gesamttransfer angezeigt. So ist es möglich einmal abzuschätzen wie viel Traffic ein Projekt auf Dauer so generieren wird und wo man vielleicht noch etwas optimieren kann.
Es handelt sich beim SpeedLimiter nicht um einen Proxyserver, wie andere Programme ihn manchmal nutzen (z.B. Sloppy, das dafür immerhin mit Java und daher auch unter MacOSX und Linux läuft). Daher muss auch nicht ständig umgeschaltet oder umkonfiguriert werden.

Testen, Testen, Testen!!!

Der ein oder andere wird jetzt vielleicht sagen: “Suuuuuuper Tool. Braucht nur kein Mensch. Wir leben im Zeitalter von DSL!!!!! Halloooooooo?” Wir als verantwortungsbewusste Webdesigner sollten aber eine solche Ansicht nicht vertreten.

Barrierefreies Webdesign heißt auch an die zigtausende Menschen zu denken, die kein DSL bekommen können. Nicht zu vergessen, dass jeder KB, im Falle von mobilen Devices bare Münze bedeutet. Mit dem falschen UMTS Tarif kann der Aufruf einer nicht optimierten Seite gerne mal 5-10 Eur kosten.

Wenn das alles nicht reicht und zukunftsorientiertes Denken keine Rolle spielt, kann ich noch mit dem Argument der Traffickosten aufwarten. Kürzlich haben wir bei einem Kunden die monatlichen Traffickosten um 45% gesenkt, indem wir sein konventionelles Design auf CSS umgebaut, Bilder optimiert und die Quellcodes aufgeräumt haben. Wer etliche 100 Eur pro Monat für den Verkehr von/zu seinem Webserver zahlt, ist froh um jeden KB, der zu sparen ist.

Meiner Meinung nach bietet der SpeedLimiter eine gute Möglichkeit, die eigene Webseite mal mit den Augen eines weniger gut ausgestatten Besuchers zu betrachten. Vor allem der ein oder andere Betreiber einer E-Commerce Seite würde dann vielleicht ein Redesign mit Ladezeitoptimierung in Erwägung ziehen!

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