Sascha Postner macht Jagd auf Kommunikation, Webstandards und Public Relations

 

Episode 10 – Was ist eigentlich Web 2.0

Es ist wieder soweit. Der Blue Moped Blog hat eine neue Folge des podcastner Podcasts hochgeladen. Unsere 10. Folge behandelt diesmal die Worthülse Web 2.0 und versucht diese etwas mit Sinn zu füllen. Nebenbei führt ein kürzliche erlebtes “Abenteuer” mit schlechter Programmierung dazu, dass wir uns mal wieder kurz zu Webstandards und Crossbrowserkompatibilität in Rage reden (den Bereich zum Thema “Nein-Ego-Shooter-machen-nicht-gewaltätig” aus Anlass des Amoklaufs in Emsdetten sparen wir uns in dieser schriftlichen Ausgabe lieber ;-) ).

Web 2.0

Jeder spricht drüber, jeder will es haben, aber keiner weiß so ganz genau was es ist. Selbst Menschen, die von HTML und Webdesign keine Ahnung haben lassen sich von dem Buzz-Word Nummer Eins dieser Tage mitreißen und werfen die Anforderung “Ja, aber das Projekt kann dann hinterher auch Web 2.0, oder?” einfach mal so in die Meeting-Runde.

Ursprünglich ist Web 2.0 nichts als ein Marketingbegriff gewesen, den Dale Dougherty (O’Reilly-Verlag) und Craig Cline (MediaLive) für eine gemeinsam organisierte Web Konferenz erfunden haben. Was genau Web2.0 ist, wurde von ihnen jedoch nie wirklich definiert. Sie zählten lediglich auf, welche Firmen eher Web 1.0 “sind” und welche eher zu Web2.0 gehören.

Unserer Ansicht nach bezeichnet der Begriff Web 2.0 vor allem zwei unterschiedliche Komponenten. Eine technische Komponente und eine soziale Komponente. Dabei erschien es uns im Laufe des Gesprächs sinnvoll festzuhalten, dass diese auch getrennt voneinander existieren können.

Soziale Komponente

Neben den weiter unten aufgeführten Techniken, die mit Web 2.0 oft gemeint sind, scheint damit auch der “Inbegriff eines neuen Netzverständnisses” gemeint zu sein. Medientheoretisch könnte man dies damit beschreiben, dass im Web 2.0 Viele für Viele Inhalte und Beiträge bereitstellen. Anders als bei den klassischen Massenmedien (Fernsehen, Zeitung etc.), wo wenige Verantwortliche für ein breites Publikum publizieren, wäre das Ideal im Internet, dass alle User gleichzeitig Rezipienten und Produzenten sind.
Kritiker dieses neuen Netzverständnisses betonen, dass es sich dabei eigentlich um das alte Selbstverständnis des Internets an sich handelt.
Nichts desto trotz bemerkt man mittlerweile eine deutliche Communitybildung im Internet, wo jeder User etwas für die Gemeinschaft beiträgt. Dies ist vermutlich nicht zuletzt durch eine einfach zu bedienende Technik möglich, die bei der Anwendung Spaß macht, intuitiv zu bedienen ist und schnell und ohne viele Anforderungen auf den eigenen Rechner kommt. Was uns direkt zum nächsten Punkt bringt.

Technische Komponente

Die große technische Neuerung des Web 2.0 gibt es nicht. Alle Technologien, die Web 2.0 Anwendungen benutzen, sind alte Bekannte:

  • AJAX ist wohl das am häufigsten benutze Akronym im Umfeld von Web 2.0. Es bedeutet Asynchronous JavaScript and XML und genau das ist es nur ;)
    Damit ist es möglich, Webanwendungen mit Webstandards zu schreiben, die sich genauso anfühlen und aussehen, wie herkömmliche Anwendungen.
    Alter: Seit 1998 im Internet Explorer 5 verfügbar.
  • Jede richtige Web 2.0 Site hat auch einen RSS-Feed. Was das ist haben wir in Episode 3 besprochen.
    Alter: Seit 1999 definiert.
  • Viele Web 2.0 Dienste geben sich weltoffen und erlauben es, sie von ihrem angestammten Platz zu entführen. Das geschieht mit APIs (Application Programming Interfaces). Damit ist es möglich, mehrere Dienste zusammenzuschalten (sog. Mesh-Ups). APIs lassen sich in vielen Arten definieren, im Web angewendet werden Webservices und SOAP, REST, XML-RPC.
    Alter: Das Konzept ist steinalt. Im Web seit 1999/2000 im frühen Stadium verfügbar.
  • Auch Tags sind nichts Neues – sind es doch nur Stichworte, die einem Inhalt zugeordnet werden – neu ist allerdings, dass man sich die mühevolle Verschlagwortung von Texten als Webseitenbetreiber nun spart und das den Anwender überlässt.
    Alter: Seit es Bibliotheken (die, in denen Bücher stehen) gibt ;)

Wie es scheint, mussten diese Technologien reifen und von einer breiteren Schicht adaptiert werden, um ihren großen Durchbruch mit Web 2.0 zu erleben. Unter der Web 2.0 Gemeinde scheint sich auch herumgesprochen zu haben, dass es bei all dieser Technik hauptsächlich darum geht, eine brauchbare und leicht zu bedienende Anwendung zu erstellen.

Viele weitere Akronyme und Technologien kämpfen um ihren Platz in dem prominenten Umfeld von Web 2.0. In diese unsere Übersicht über das weite Feld haben sie es aber nicht geschafft.

Ausblick

Im Dezember wird es wieder etwas von uns auf die Ohren geben – dass heißt, wenn ihr schön brav und artig wart! ;) . Über was wir reden wird aber noch nicht verraten. Da lassen wir uns selbst noch überraschen.

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Kommentare und Feedback

  1. Marten posted the following on 1. Januar 2007 at 14:06.

    Huhu,

    dank Tim Adler bin ich auf euren Podcast gestoßen (ihr seid in seiner Top10), bis heute war ich kein besonders großer Fan von Podcast. Aber es ist tatsache entspannend euch während der Arbeit zu zuhören. Auch war das Thema sehr interessant. Bin gespannt auf eure neuen Folgen, werd erstmal in die ganzen anderen reinhören. Wart ihr eigentlich irgendwie auf Hellium oder kam mir das nur so vor? Nicht das meine alte Audigy den Geist aufgibt …

    Gruß
    Marten

    Antworte Marten
  2. Sascha Postner posted the following on 1. Dezember 2006 at 19:19.

    Danköööööö!
    Nächstes mal werden wir wohl einen netten Gast haben. Mehr wird noch nicht verraten! ;)

    Antworte Sascha Postner
  3. Tim Adler posted the following on 29. November 2006 at 23:23.

    Hey Jungs,

    interessanter Podcast. Bisher der unterhaltsamste, den ich zum Thema Webdesign hören konnte. Wirklich gut, bin schon gespannt auf die nächste Folge!

    Gruß, Tim

    Antworte Tim Adler
  4. macx posted the following on 24. November 2006 at 12:20.

    Schöne Übersicht über das Thema.

    Antworte macx

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