Immer mehr Kommunikationsprofis sind interessiert an Social Media. Dummerweise denken zuviele Menschen, mich eingeschlossen, bei diesem Thema meist nur an spannende Technologien wie Twitter oder YouTube. Wenn es um die Integration des Phänomens “Social Media” in die eigene Unternehmens-Kommunikation geht, sollte es jedoch nicht in erster Linie um die zwanghafte Verwendung von “Buzz-Word-Technologien” gehen.
“Groundswell – winning in a world transformed by social technologies” schafft es genau diese Tatsache hervorzuheben. Charlene Li und Josh Bernoff zeigen Wege auf, eine für die eigenen Mittel geeignete Social Media Strategie zu entwickeln, die unabhängig von eingesetzten Technologien funktionieren kann.
Keymessage ist dabei nach dem “POST”-Prinzip vorzugehen. Dazu werden vier Säulen jedes Social Media Engagements betrachtet
- People: Wie leider viel zu selten in Kommunikation (und der dazu gehörigen Wissenschaft) wird hier der Fokus stärker auf den Rezipienten gelegt. Wird er ausser Acht gelassen, ist jedes Engagement im sozialen Web zum Scheitern verurteilt. Wer ist eigentlich meine Zielgruppe und wie genau verhält sich diese im Netz. Sind meine User eher sogenannte “Joiner”, die sich in Communities wie Facebook oder StudiVZ aufhalten, oder habe ich es eher mit “Creatoren” zu tun, die sich aktiv bloggend oder podcastend durch das Web 2.0 bewegen. Wofür ist meine Zielgruppe eigentlich bereit?
- Objectices: Wie genau sieht eigentlich meien Zielsetzung aus? Geht es darum bereits bestehende Kunden noch weiter an meine Marke zu binden? Oder will ich versuchen über Mund-zu-Mund-Propaganda den Absatz zu stärken? Möglicherweise ist das Ziel aber auch dem “Groundswell” zuzuhören und wertvolle Einsichten in die eigenen Kunden zu bekommen! Nur wer genau weiß was er überhaupt im Web 2.0 erreichen will, der kann dies auch durchsetzen.
- Strategy: Es muss eine Strategie entwickelt werden, wie das Engagement im Bereich Social Media die eigene Firma beeinflussen soll. Wie soll sich das Verhältnis zu den Kunden und Usern verändern? Auch ist es unerlässlich den Erfolg der Strategie zu messen, nicht zuletzt um intern die eigene Arbeit zu dokumentieren und möglicherweise die Strategie anpassen zu können.
- Technology: Erst ganz am Schluss sollte es um die Technologien gehen, die zum erreichen der Zielgruppe und der Umsetzung der eigenen Ziele durch die Strategie benötigt werden.
In diesem Buch werden zwar auch exemplarisch einige Case Studies beschrieben die gut umgesetzt wurden und größtenteils das POST Paradigma angewendet haben, viel wichtiger aber ist die Erkenntnis, dass es nicht darum geht die Ideen und Strategien anderer Marken zu kopieren. Die Autoren schaffen es wunderbar aufzuzeigen, dass ein generelles Verständis des Phänomens “Groundswell” die eigene Unternehmenskommunikation auch für die Zukunft mit noch gar nicht vorhanden Technologien rüstet.
Genau aus diesem Grund ist es absolut unverständlich warum die deutsche Ausgabe den Titel “Facebook, You Tube, Xing & Co. Gewinnen mit Social Technologies” trägt. Dies impliziert fälschlicherweise den eben nicht vorhandenen Schwerpunkt im Bereich der ganz spezifischen Technologien. Ein Anspruch dem das Buch Gott sei Dank nicht gerecht wird. Dieser Zustand schlägt sich daher auch in den deutschen Kommentaren nieder (zumal XING als deutsches Phänomen nicht ein einziges mal im Buch erwähnt wird).
Von meiner Seite ist das Buch indes eine ganz klare Kaufempfehlung. Es hilft auf dem Teppich zu bleiben und sich VOR Implementierung einer Social Media Strategie noch einmal die richtigen Fragen zu stellen!












