Sascha Postner macht Jagd auf Kommunikation, Webstandards und Public Relations

 

Archiv für die Kategorie „Bücher“

Die Reform Lüge

Montag, 23. Juli 2007

In letzter Zeit kamen ja ein paar mehr Buchreviews aus dem Hause Blue Moped und auch dieses Posting ist ein solches.
reformluege.gif Diesmal geht es um das Buch “Die Reform-Lüge” von Albrecht Müller (Volkswirt, Soziologe und ehemaliger Abgeordneter), mit dem beschreibenden Untertitel: “40 Denkfehler, Mythen und Legenden, mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren”.
Der Autor könnte dem einen oder anderen auch durch seinen Blog “NachDenkSeitenDie kritische Webseite” bekannt sein, den er zusammen mit dem Juristen Wolfgang Lieb.

Das Buch versucht dem frustrierten und verunsicherten Bürger zu erläutern was es mit dem Reformstau, der uns täglich von Politikern, Medien und der Wirtschaft verkündet wird, wirklich auf sich hat. Albrecht Müller zeigt in 40 Beispielen wie, angeregt durch wenige Entscheider, Mythen, Denkfehler und bewußt verbreitete Unwahrheiten der Standort Deutschland künstlich schlecht geredet und kleingehalten wird.

Dabei entlarvt der1938 geborene ehemalige Ghostwriter von Wirtschaftsminister Karl Schiller Helfeshelfer der neoliberalen Desinformation (wie den Spiegel) und erklärt dem Leser warum Keynesianische Wirtschaftspolitik entgegen aller Unkenrufe immer noch up-to-date ist.

Die angesprochenen Mythen gleichen mittlerweile beinahe urbanen Legenden. So z.B. “Der Generationenvertrag trägt nicht mehr!” oder “Wir sind überschuldet!” oder auch immer gern genommen “Die Lohnnebenkosten sind zu hoch!”.

“Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.”

George Orwell, 1984

Wer immer schon mal kritisch hinterfragen wollte ob es wirklich stimmt, dass “die normalarbeitsverhältnis ein Auslaufmodell ist” und ob “Steigende Aktienkurse wirklich gut sind”, der sollte sich dieses Buch kaufen und sich diese differenzierte Meinung anhören.

Albrecht Müller gibt sich wirklich Mühe auch nicht Ökonomen die Fakten gut aufbereitet zu erläutern. Gelegentlich fällt er allerdings in eine Art der Vereinfachung, die er den neoliberalen PR Strategen, die seiner Meinung nach erheblich mit an der Erschaffung der Reformnachfrage beteiligt sind, vorwirft. Das erinnert dann etwas an Michael Moore, auch wenn Müller nun wirklich nicht vorzuwerfen ist populistisch zu arbeiten.

Dennoch sind die ein oder anderen Argumente nicht zuende ausgearbeitet, während andere endlos ausgewaltzt werden. Selbst für Liberale, Konservative und Hardcore Unternehmer ist das Buch eine Denkanregung, nicht zuletzt weil auch die SPD (für die Müller schon Bundestagsabgeordneter war) ihr Fett mehr als ab bekommt. Der Autor zeigt uns letztlich, dass nahzu alle Politiker, aller Parteien, dem gleichen Trugschluss aufsitzen und bewußt, oder unbewußt, an dem gleichen Märchen schreiben.

(Erwähnt sei aber auch, dass einige Themen in diesem Buch des Jahgangs 2005 möglicherweise mittlerweile von einigen Politikern begriffen wurden [Wolfgang Schäuble gehört mit Sicherheit nicht dazu!!!]. Doch die meisten Themen sind zeitlos, was auch Müllers Blog zeigt!)

Für unter 10 Eur ist das Taschenbuch zu haben und somit eine gute Lektüre für den Bus oder den Nachttisch (wenn man das ganze wie ich im Park ohne Sonnencreme gleicht die Gesichtsfarbe dummerweise hinterher dem Cover! :( )

Übrigens gibt es “Die Reform-Lüge” auch als Hörbuch, für alle die sich lieber beim Autofahren überzeugen lassen. ;-)

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Wissenschaftliches Arbeiten mit OpenOffice.org 2.0

Samstag, 30. Juni 2007

Auch wenn man am liebsten nie aufhören würde zu studieren und erst recht wenn man am liebsten gar nicht früh genug aus der Uni in die wirkliche Welt entlassen werden würde, irgendwann erwischt sie jeden: Die Abschlussarbeit.

openoffice.jpgDies in meinem Fall der Grund, der mich zum Kauf dieses Buches bewegt hat. Aber wie das Cover schon selber sagt, es geht um wissenschaftliche Arbeiten im Allgemeinen. Von der Dissertation bis zur einfachen Seminararbeit.

OpenOffice ist dabei meiner Meinung nicht nur wegen seiner kostenlosen Verfügbarkeit dem, “leider” auch bei vielen Stundenten, verbreitetem Microsoft Word vorzuziehen.

Jeder der schon mal eine Arbeit, die mehr als 4 Seiten umfasst, mit Word geschrieben hat, kann sicherlich ein Lied davon singen wie das Microsoft Programm den Verfasser mit seinen kreativen Formatierungsüberraschungen und Anzeigefehlern zur Verzeweiflung treiben kann.

Dabei sind viele Problem nicht umbedingt auf mangelnde Kenntnis des Benutzers zurück zu führen, sondern vielmehr ein Resultat der Tatsache, dass Word mit großen Dokumenten (in denenen vielleicht sogar, welch “Zumutung”, ein paar Grafiken enthalten sind) nicht mehr richtig umgehen kann.

Der Writer in OpenOffice hingegen kann auch umfangreichste Dokumente verwalten und bietet zusätzlich eine sensationelle Formatierungssystematik, die nachträgliches Umformatieren wiederholender Inhalte zum Kinderspiel macht. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit Literaturdatenbanken aufzubauen und die für wissenschaftliche Arbeiten üblichen Fußnoten, Querverweise, Verzeichnisse und Formate zu verwalten.

OpenOffice ist dabei sehr leicht zu bedienen und ist nach kürzester Umgewöhnungszeit für Microsoft Office Anwender einfach zu bedienen.

Der Autor Kai Surendorf, selber Student, kennt als Verfasser mehrerer Bücher die Problematiken, die beim erstellen eines umfangreichen Manuskripts auftauchen ziemlich genau.
Deshalb ist das Buch auch nicht nur eine gute Einführung in OpenOffice.org sondern auch gespickt mit nützlichen Hinweisen, die nicht nur in diesem Office Paket Verwendung finden dürften, sondern generell beim Verfassen von wissenschaftlichen Texten von Bedeutung sind.

Die Zielgruppe sehe ich gespannt zwischen Anfängern, denn es wird auch kurz die Installation und die grobe Funktion der Open Source Software erläutert (also auch so banale Dinge wie die Zwischenablage), und Profis, die sicherlich einige Kapitel überblättern können aber dennoch umfangreiche Tipps und Tricks geboten bekommen.

Mir zum Beispiel hat am besten die Kurzeinführung in OpenOffice Base geholfen, die am Beispiel einer Literaturdatenbank erläutert wie man Datebanken einrichtet, bearbeitet und verwendet.
Ich habe nun Dank diesem Buch eine Datenbank mit allen verwendeten Zitaten und kann auf Knopfdruck das Literaturverzeichnis auswerfen. Eine Hilfe, die zwar bei der Einrichtung etwas Arbeit verlangt, dafür aber auf lange Sicht deutlich zeitsparender sein dürfte!

Insgesamt ist das Buch mit 19,95 Eur sicherlich nicht zu teuer, zumal es als Hardcover daher kommt. Innenliegend findet sich auch eine CD, die das OpenOffice bereits enthält und auf der auch noch einige andere Vorlagen, Software und Tools enthalten sind.

Fazit: Ein weiteres Klasse Buch aus dem Galileo Computing Verlag. An die Liebe zum Detail (für mich ist ein integrierter Lesezeichenfaden einfach gern gesehen) aus diesem Hause kann man sich gewöhnen.
Wer dieses Buch ließt BEVOR er seine Magister-, Diplom oder Examensarbeit schreibt hat sicherlich am Ende viel Zeit gespart.

Auch gibt es wieder einen OnlineCode um sich auf der Webseite zum Buch Ergänzungen herunterzuladen. Da ist aber bisher noch tote Hose! ;-)

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Website-Konzeption – Von der Idee zum Storybord

Freitag, 15. Juni 2007

Auch wenn diese Rezension schon bei Technikwürze (auch zum nachhören) erschienen ist möchte ich Sie den vorbeistolpernden Lesern hier nicht ersparen. ;)

Ich möchte Euch heute ein interessantes Buch zum Thema Website-Konzeption mit gleichnamigem Titel vorstellen.

Website-Konzeption – von der Idee zum Storybord” ist im
Galileo Press Verlag” in der Edition PAGE erschienen, eine Reihe die zumindest mir vorher nicht aufgefallen ist, die aber schon durch die Kooperation mit der Zeitschrift PAGE einem gewissen Qualitätsanspruch verpflichtet sein sollte.

9783898421522.gifGalileo Press war mir bis dato eher durch Bücher zu Programmiersprachen, SAP, Programmen etc. untergekommen, hat aber wie ich jetzt festgestellt habe auch einige Bücher im Angebot, die für Webdesigner jenseits von Software und Bildbearbeitung von Interesse sein dürften.
“Website-Konzeption” liegt mir als Hardcoverversion vor, die mit 49,90 Eur Preis nicht zu teuer allerdings auch kein Superschnäppchen ist.

Verfasst wurden die 287 Seiten plus Anhang von zwei Autorinnen, Maria Grotenhoff und Anna Stylianakis (man beachte die sicherlich noch nie erwähnte Parallele zwischen dem Nachnamen und „Style“). Beide arbeiten bzw. haben bei der “Pixelpark AG”:http://www.pixelpark.com gearbeitet, einer bekannten, großen deutschen Kreativagentur aus Berlin.
Wir dürfen also getrost davon ausgehen, dass einem in diesem Werk fundierter Background und einige Insights in umfangreiche Agenturabläufe geboten werden. Schließlich haben beide Damen langjährige Praxiserfahrung.

Das Buch empfängt den Leser mit dem Anspruch “alle Aspekte der inhaltlichen Konzeptentwicklung für professionelle Websites“ zu beschreiben, ein Selbstverständnis, dass weit reicht und eine enorme Komplexität umfasst. Ich gebe daher zu, dass ich die Lektüre mit gemischten Gefühlen begonnen habe, denn dieser Stoff verspricht aus seiner Natur heraus nicht ein so leichtes beschwingtes Lesen wie es z.B. “Don’t Make Me Think“: von Steve Krug ermöglicht.

Dazu kommt, dass deutsche Autoren, gerade wenn sie studiert sind und Agenturerfahrung haben dafür berühmt sind fachsprachlich ein hohes Niveau zu fahren und sich lieber kompliziert als einfach auszudrücken. So zumindest mein persönliches Vorurteil.
Doch „Website-Konzeption“ ist hier meiner Meinung ein erfrischendes Exemplar, dass all meine Befürchtungen und Vorurteile in diese Richtung widerlegt. Die Autorinnen geben sich wirklich Mühe eine einfache Sprache zu verwenden und komplexere Fachtermini im Zweifel lieber zu erklären als den Leser dumm sterben zu lassen. Hinzu kommt, dass das Buch eine exzellente Struktur aufweist.

Man findet sich auf Anhieb zurecht und kann dank der farbigen Gliederung und leicht zu durchschauender Überschriften auch später immer wieder schnell nachschlagen.
Im Prinzip durchläuft man als Leser chronologisch die einzelnen Projektphasen die bei der Konzeption und Umsetzung einer Website durchlaufen werden. Diese liefern gleichzeitig auch die Oberkapitel.
Das sind im Einzelnen die Definitionsphase in der die allgemeine Strategie entwickelt wird, die Kreationsphase in der es um Ideenentwicklung und MainIdea geht, die Umsetzung mit der Erstellung des Grobkonzepts, gefolgt vom Feinkonzept hier in die Entwicklungsphase einsortiert und im Anschluss die Produktion mit Tests und Begleitung.

Jedem Kapitel sind ein paar Seiten angehängt indem die Inhalte der vorgestellten Abschnitte an einem Paxisbeispiel exemplarisch vollzogen werden. Dabei handelt es sich um die Entwicklung der Webplattform Stylepark.com, die scheinbar im März 2001 gelaunched wurde, zum heutigen Zeitpunkt aber leider bereits ein anderes Konzept und Design hat.
Ein letztes Kapitel führt noch einmal unzählige neue Praxisbeispiele auf, die gute Anregungen geben.
Eine weitere Hilfe sind Warnungen, Tipps & Tricks, Hinweise und Step-by-Step Anleitungen, die als Ergänzung am Rand der Seiten zu finden sind und die ebenfalls mit farbigen Icons markiert wurden. Diese Grafiken sind zwar nach meiner Vorstellung nicht wirklich intuitiv gewählt, helfen aber während der Lektüre dennoch sich immer wieder zu orientieren, zumal die Inhalte dieser Zusatzinformationen sehr hilf- und lehrreich sind.

Der Background der Autorinnen lässt bereits erahnen woher die Praxisbeispiele stammen und wie die Dimensionen der Abläufe, Konzepte und Projekte die exemplarisch in diesem Werk beschrieben werden geartet sind. Es sind also eher große Agenturen, die sich in diesem Buch wiederfinden werden und sich mit einem „Stimmt, so ähnlich läuft das bei uns auch!“ darüber freuen können.

Das soll aber nicht bedeuten, dass der allein arbeitende Webdesigner oder die kleine Kreativagentur mit wenigen Mitarbeitern nicht zu diesem Buch greifen sollte. Ganz im Gegenteil.
Es mag bei einfacher Betrachtung nicht sinnvoll sein sich mit einem Ablauf auseinander zusetzen, in dem mehr Menschen mit unterschiedlichen Funktionen beteiligt sind als man selber Kunden hat, aber die Tipps und Hinweise in diesem Buch erscheinen mir gerade für diese Leserschaft extrem wertvoll zu sein.

Während meiner Arbeit mit Kunden, meiner Tätigkeit als Berater von Firmen, die kleine und mittlere Agenturen beschäftigen und meinen Unterhaltungen mit Kleinagenturen wird mir immer wieder bewusst, dass viele im Laufe der Zeit erst schmerzhaft die Erfahrungen machen müssen, die hier teilweise gebündelt angesprochen werden.
So wird zum Beispiel darauf hingewiesen, wie wichtig es schon zu Beginn des Projekts ist festzustellen ob Ansprechpartner auch Entscheider sind (was selten der Fall ist und dadurch häufig zu kompletten Überarbeitungen in späten Projektphasen führt) oder die Bedeutung von Zwischenabnahmen und Tests hervorgehoben.

Ich würde behaupten, unsere kleine Agentur einige Rückschläge und Probleme erspart hätte wenn wir früher den ein oder anderen Tipp bekommen hätten, der in diesem Buch zu finden ist. Auch wenn aus der Erfahrung heraus einiges Selbstverständlich erscheint, so erinnere ich mich doch noch sehr gut daran, wie gerne man als Agentur am Kunden vorbeiredet und als Kunde Dinge als selbstverständlich annimmt, die die Agentur nicht einkalkuliert hat.
Ebenfalls gut gefallen haben mir die Inhalte rund um die Entwicklung und Produktion. Hier kann sich vermutlich jeder noch eine Scheibe abschneiden. Dabei sollte allerdings jedem Leser vorher klar sein, dass es hier nicht um technische Umsetzung geht sondern eher um die Planung und die gesteuerte Produktion.

Stichworte wie Assets, Versionskontrolle, CMS und vieles mehr werden sinnvoll eingeführt und können den Horizont vieler Leser sicherlich erweitern.
Obwohl das Buch an manchen Stellen auch mal etwas „Blub“-lastig ist (braucht man wirklich 6 Seiten über Kreativitätstechniken wie Brainstorming?) und das ein oder andere Praxisbeispiel durchaus einen leichten Duft von (Selbst-)Beweihräucherung verbreitet, halte ich es für überaus kaufenswert.

Das Buch empfiehlt sich meiner Meinung nach für jeden der einen detailierten Überblick darüber bekommen möchte wie ein Webprojekt vom A bis Z konzeptioniert wird. Egal ob man als fachfremder Quereinsteiger in eine Agentur kommt, sich nach dem Studium an einem Praktikum versucht oder als freier Webdesigner seine eigene Kundenkommunikation verbessern will, „Website-Konzeption“ kann wertvolle Hinweise liefern. Ohne technischen Schnickschnack zeigen die Autorinnen auf, was zu beachten ist und wo die größten Fallstricke liegen.
Dabei kann man den Ablauf sicherlich auch als Anleitung betrachten, die große Stärke des Buches liegt aber sicherlich darin sich Fragmente als Anregungen und Ergänzungen für den eigenen bereits etablierten Arbeitsablauf zu extrahieren und so den eigenen Workflow zu stärken und nicht zu versuchen die skizzierte (sicherlich sehr Pixelpark beeinflusste) Arbeitsweise 1-zu-1 zu kopieren.

Doch auch für Kunden kann die Lektüre sehr anregend und hilfreich sein. Einsichten darüber wie in Agenturen so „getickt“ wird, helfen ein beidseitiges Verständnis herzustellen und Arbeitsabläufe besser zu verstehen. Zudem ermöglichen einige Erkenntnis sicherlich auch den ein oder anderen Bluff einer Agentur bereits im Pitch zu enttarnen oder durch gezielte Nachfrage nach bestimmten Arbeitsschritten mehr Planungssicherheit für den Kunden zu erzeugen.
Von mir also 2 Thumbs up für „Website Konzeption – von der Idee zum Storybord“. ;)

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Vollidiot – Tommy Jaud

Samstag, 4. November 2006

Zu meinem Geburtstag habe ich dieses großartige Buch geschenkt bekommen und ich muss sagen (auch wenn es fast nicht zu glauben ist) es topt sogar die Kugelbahn. Selten erlebt man Momente wo man Tränen lachen muss und noch seltener geschieht dies wenn man ein Buch ließt.
vollidiot.jpg Tommy Jaud (ich hoffe das ist ein Pseudonym) schafft es. Das liegt in meinem speziellen Fall sicherlich daran, dass ich mich ständig in der Hauptperson wiederfinde, was einen gelegentlich auch mal traurig macht, nicht umsonst lautet der Titel Vollidot.

Simon Peters, seines Zeichens Protagonist dieser Geschichte, Disponutzer und T-Punkt Mitarbeiter, ist einfach echt am Ende. Vermutlich (bzw. hoffentlich) geht es niemandem wirklich so scheiße, aber der ein oder andere wird wohl schon mal ähnliche Phasen seines Lebens mitgemacht haben. Und zumindest was die Zwischenmenschlickeit angeht, öhm… Es wird wohl Gründe geben warum ich es geschenkt bekommen habe ;-) . Wie auch immer.

Alle Leute die nicht im T-Punkt arbeiten, Ende 20 sind, Singlefrust schieben, in die sich schon mal der Schwarm eines Freundes verliebt hat und der gelegentlich mal alleine in einem Ikeasessel aus Regal 30C den Abend verbringen sollten sofort zuschlagen!

Allerdings kann das dazu führen, dass ihr mal im Cafe sitzt und man schallend loslacht. Eine sehr befreiende Erfahrung.

Vollidiot von Tommy Jaud bei Amazon kaufen (7,95 Eur)

Außerdem noch kurz ein Update für alle die sich auch neben Buchtips für unseren Podcast und unseren Blog interessieren:

  1. unfall.JPGIch hatte einen fetten Unfall auf der A52, in den 3 Autos verwickelt waren. NEIN, ich war nicht Schuld (auch wenn das immer alles sagen) und es ist auch niemand verletzt. 2 Autos sind trotzdem hin und alleine das Generve ist ziemlich ätzend (mal abgesehen davon, dass ich jetzt kein Auto hab) :-)
  2. Der Internetexplorer 7 ist raus und der ein oder andere wird vielleicht die nächsten Tage doof aus der Wäsche kucken.
    Mitte November wird der neue Browser per Autoupdate verteilt und es gibt immer noch einige hochnäsige Programmierer, die glauben sie würden nach Webstandards Programmieren und “na gut dann benutzen den halt 4 Leute auf der Erde”, da ist es ja nicht so wichtig wenn auf Unternehmensseiten die Navigation auf der Webseite nicht mehr angezeigt wird.
    Wie kann man nur so total verblödet seinm in einer Browserweiche nach Browserversionen abzufragen, nicht daran zu denken, dass da auch mal neue Versionen kommen und dann auch noch die Frechheit besitzen zu sagen, dass ist ein IE Bug und das zu fixen dauert 14 Tage.
  3. Aus 2. resultiert: Es werden immer noch zu viele Vollidioten als Agenturen beschäftigt obwohl sie ihre Nase ungefähr auf Höhe der Stratosphäre tragen und glauben sie könnten jeden Kunden verarschen.
    Geilerweise kommen genau die Agenturen immer nur dann mit der “Microsoft ist böse”-Regel, wenn sie was verbocken. Wenn man ihnen erklärt, dass man ja gerne auch das CMS im Firefox nutzen würde oder, dass im Opera ja die Sitemap nicht funktioniert kommt das Argument: Ist doch egal, 90% der Menschen nutzen doch eh den Internet Explorer. :-(
    Ich BETONE, dass ich verzichtet habe die erwähnte Agentur und diverse Mitarbeiter zu verlinken!!!
  4. Wegen 1.-3. hatten wir im Moment wenig Zeit für Podcasting. Aber die Tage wird es sicher wieder eine neue Episode geben. :-) Unsere Kunden sind so anspruchsvoll und da will man ja nicht auch noch in der raren Freizeit Webdesignnerd bleiben!
  5. ska.JPGTalking about Freizeit: Ich war mit Burkhard und Kathi auf einem Ska-Konzert im Gebäude9 in Köln. Super cool. Man sollte wieder mehr Musik mit Bläsersatz hören! :-)
  6. Wir sollten uns mehr gegen die Praktika und Volontariat Mentalität der aktuellen Gesellschaft wehren! Habe da in letzter Zeit so einige böse Geschichten gehört. Vielleicht sollten Burkhard und ich endlich mal unsere Idee eines anklagenden “Fickt alle Praktikanten und Volo Ausnutzer ins Knie” Blogs umsetzen!

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Against all Enemies – Richard A. Clarke

Sonntag, 27. August 2006

Against all Enemies ist Richard A. Clarkes persönlicher Bericht über seine Arbeit im Weißen Haus, die er für George Bush senior, Bill Clinton und George W. Bush ausübte.

againstallenemiesenglish.jpgUnter Bill Clinton wurde Clarke zum ersten “National Coordinator for Security, Infrastructure Protection and Counterterrorism” und hatte mit Sicherheit einen der besten Einblicke in Amerikas “Kampf gegen den Terror”.

Sein Buch beschreibt was er während seiner Arbeit erlebt hat, welche Fehler er selbst, seine Mitarbeiter, seine Vorgesetzten und seine Präsidenten in Bezug auf den Anti Terror Kampf gemacht haben und warum er 2003 von seinen Posten zurückgetreten ist.

Ein sehr spannendes Buch, das zwischenzeitlich ein kleiner Zieher ist, da militärische Operationen aneinander gereiht werden oder Organisationsstrukturen erklärt werden, die sehr undurchsichtig sind. Im Großen und Ganzen ist das Buch allerdings sehr lesenswert.

Man hat erstmal den Eindruck, dass hier weder in die eine noch in die andere Richtung beschönigt wird, auch wenn man nicht verleugnen kann, dass Richard Clarke ein Clinton-Fan ist.
Dennoch ließt man hier nicht populistische Stimmungsmache ala Michael Moore, (die natürlich trotzdem lesenswert ist ;-) ) sondern erfährt nahzu durchgehend sachlich was sich über die Jahre im Weißen Haus zur “Bekämpfung” von Al Quida so getan hat.

Selbstverständlich tut die persönliche Meinung des Autors Ihr übriges zur Attraktivität des Buches, zumindest für politische so ausgerichtete Menschen wie mich. ;-)

Wer das Buch lesen möchte um einen Insiderbericht aus den Konferenzräumen und Sicherheitsbunkern rund um den 11. September und die heutige amerikanische Administration zu erhalten, sollte sich auch darüber klar sein, das Clarke eine militärische Sprache nutzt, die gerne auf Abkürzungen zurück greift, die vermutlich nicht mal jedem 4. Amerikaner bekannt sein dürften.
Wer sich des Englischen nicht allzu sicher fühlt sollte daher lieber auf die deutsche Version des Buches zurückgreifen.

Mit diesen Einschränkungen ist es voll empfehlenswert.

“Against all Enemies” von Richard Clarke bei Amazon kaufen

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