Freakshow – Ben und Sascha bei KORN
Freitag, 9. Juni 2006Lange hab ich schon nicht mehr so viel Spaß gehabt beim Leute schauen. Besser als Cranger Cirmes oder Metropolenwatching. Ben und ich waren auf dem KORN Konzert in der Essener Gruga Halle. Meine Arbeitskollegin Eva hat mir die Karten geschenkt, nachdem Ihr Freund leider einen Hexenschuss bekommen hatte.
Jetzt muss man dazusagen, dass KORN normalerweise nicht so ganz unsere Musik ist, aber … Man muss sich ja auch mal auf was einlassen. Das Konzert begann um 20 Uhr und bei drei Vorbands dachten wir es reicht auch locker erst um 21 Uhr an der Halle aufzuschlagen.
Schon auf dem Weg überholte uns der erste Krankenwagen mit dem Ziel Grugahalle und wir durften ein Pärchen beim Sex auf Ihrer Kühlerhaube mitten auf dem Parkplatz beobachten.
Eingedeckt mit Ohrstöpseln zur Senkung des Lärmpegels und den ersten Bier zur Betäubung des Restschmerzes gingen wir dann durch das heftig vibrierende Foyer hinauf in den brodelnden Hexenkessel, der einem Moloch der seltsameren Art eine Heimstatt bot. Es gab 56jährige Alt-Metaller, die Ihre Bierwampe im Bassbeat aus der Lederhose wölbten, 15jährige Mädels mit Strassjeans und pinken Schuhen, die neben dem FOH fast eingeschlafen wären (vielleicht haben Sie auf A.Carter gewartet?) und 25jährigen halbnakten Latexbitches, die selbst ohne Stange mehr nach Lapdance aussahen denn nach Pogen.
Schon bei den Vorbands war es, nun sagen wir mal, laut. Korn wechselt während Ihrer “See you on the other side”-Tour die Vorbands und so gab es in Essen den musikalischen Lärm (teilweise allerdings überraschend ansprechend für mich) der folgenden Bands zu hören “FlyLeaf”, ”Bullet For My Valentine” und ”Hatebreed”. Einen Eindruck gibt es auch im ersten Video (die Videos haben mehr Belustigungswert, denn so schlecht war der Sound nun wirklich nicht).
Man stellt sich aber schon die Frage, wieso die Menschen teilweise eine super schlechte Soundqualität bevorzugen und sich schräg neben die Bühne stellen. Der Unterschied zwischen der eigentlichen Innenfläche der Halle und den Seitenbereichen war ziemlich imens.
Leider haben wir es nicht geschafft bis zum Ende zu bleiben, obwohl ich noch reichlich Tempo-Taschentücher für die Ohren und genug Geld für Bier hatte. Aber wenn ein Konzert um 20 Uhr beginnt ist es schon sehr lustig wenn der eigentliche Top-Act um 23 Uhr beginnt. Das werden wohl auch alle Kinder zu spüren bekommen haben, denn als wir so gegen 12 Uhr die Grugahalle verlassen haben, fühlten wir uns wie beim Verlassen des Gates am Flughafen.
Eine Elternmenge stand mit besorgten Gesichtern vor uns und hoffte darauf, dass Ihr Sprößlinge endlich die Bass-Hölle verlassen würden.
Insgesamt ein wundebares Ereignis, das vor allem durch seine grotesken Ausprägungen an Erlebnischarakter gewonnen hat
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