Sascha Postner macht Jagd auf Kommunikation, Webstandards und Public Relations

 

Archiv für die Kategorie „Marketing/PR“

Smava – Kleinkredite von Privatleuten an Privatleute

Montag, 25. Februar 2008

Mir ist in jüngster Zeit eine interessante Idee über den Weg gelaufen. Kredite von Privat an Privat. Sozusagen ein “ebay für Privatkredite”. Das ganze heißt Smava und ist ein ziemlich nettes Konzept, egal ob ihr für wenig Zinsen Geld bekommen wollt oder Geld überhabt und es nicht für magere 4-5% anlegen wollt.

Im Grunde hat Smava zwei Richtungen. Die eine bietet Kreditsuchenden oder -nehmern die Möglichkeit ihr “Kreditprojekt” vorzustellen und einen Kredit zu beantragen. Die Laufzeit beträgt dabei immer 36 Monate. Frei wählen kann man aber den Zinssatz und die Kredithöhe. Diese Kreditwünsche werden dann bei Smava auf der Webseite zusammen mit dem Schufa-Ranking und dem KDF-Indikator des Users veröffentlicht.

Aus der anderen Richtung kommen potenzielle Privatinvestoren. Sie schauen sich die Kreditprojekte an und beobachten interssante Investitionsmöglichkeiten. Wem ein Projekt von Zinssatz und “Geschichte” zusagt, der investiert Geld (in 250€ Schritten). Dazu muss das Geld zunächst auf ein Treuhandkonto überwiesen sein. Von dort kann man es dann gezielt einsetzen und in Zukunft Raten + Zinsen kassieren.

Das ganze ist “verhältnismäßig” sicher. Smava gibt sich wirklich Mühe die Kreditnehmer einzuschätzen. Gleichzeitig sind alle Investoren, die Projekte eines Schufa-Rankings unterstüzen in einem Anleger-Pool. Fallen in einem solchen Pool Projekte aus, stützen die anderen Projekte den Ausfall. Bisher scheint dies aber noch nicht häufig vorgekommen zu sein. Im Extremfall werden die ausfallenden Projekte an ein Inkassobüro verkauft. Auch Stiftung Warentest ist von dem Vorgehen durchaus begeistert und sieht das ganze als Investitionsalternative.

Ich empfinde es vor allem als gute Möglichkeit günstig an Geld zu kommen wenn man z.B. für ein längeres Studium einen Kredit braucht. Immerhin kann man den Zinsatz selber wählen und ich habe bei einem Schufa-Ranking von A durchaus schon Kredite für 7% (ca. 8,2 % pro Jahr für den Kreditnehmer) beobachtet, die voll finanziert wurden.

Wer genauer wissen will wie das funktioniert, schaut sich bei YouTube ein Erklärungsvideo an! Anschließend anmelden und einen Bildungskredit geben oder Geld für die Wohnungseinrichtung leihen! ;)

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Der rosa Riese wird zahm (und bunt)

Montag, 24. September 2007

Ich bin noch nie ein Telekom Feind gewesen. Bisher war es mir durchaus ein paar mehr Euro wert gewisse Freiheiten (z.B. Call-by-Call Nummern weiterhin nutzen zu können) und kostenlose Servicerufnummern zur Verfügung zu haben. Dennoch waren die Preise der Deutschen Telekom und ihrer Töchter (T-Mobile und T-Online) bisher immer recht hoch.

Doch mittlerweile gibt es ja Congstar. Die (viel zu) bunte Billigmarke vom rosa Riesen. Obwohl ich bereits seit über einem Jahr Kunde des Vorgängers “Congster” war, machte mich der eine kleine Buchstabe doch vorsichtig. Aber mittlerweile haben ich und einige Studienkollegen den neuen DSL- und Handyanbieter getestet. Und wir sind begeistert.

Preis
Das ist zwar nicht das günstigeste aller Zeiten, aber in Kombination mit den anderen Punkten ist das wirklich sehr ordentlich. Der DSL 2000 Anschluss inkl. Flatrate kostet nur 14,99 Eur. Dazu braucht man nur noch einen Analogen Telekom Anschluss und damit ist alles zusammen. Handyverträge gibt es bereits ab 0 Eur (19Cent/min).

Vertragslaufzeit
Das ist der größte Knüller. Jeden Monat kann gekündigt werden. Das ist zu anderen Anbietern wie Versatel mit bis zu 2 Jahren Mindestvertragslaufzeit der Hammer.

So kann man auch in ein paar Monaten locker in eine neue WG umziehen und hat immer die Möglichkeit aus dem Vertrag zu kommen. Gleiches gilt übrigens auch für die Handyverträge.

Extras
Es gibt für die DSL Verträge Geschwindigkeitsupdates (z.B. auf DSL 6000 nur runde 5 Eur) sowie eine VOIP Flatrate (7,99 Eur). Auch für den Mobilfunk gibt es diverse Flatrates ab 4,99 Eur.

Anschluss und Service
Der Anschluss wurde bisher bei all meinen Freunden pünktlich gelegt und es gab absolut keine Probleme. Die Geschwindigkeit läßt keine Wünsche frei. Alles super! :)
Mal abgesehen von der nervigen bunten Werbung (s.u.) und dem viel zu grellen Internetauftritt, der übrigens einen Preis für super Design gewonnen hat (hallo, wer hat das denn entschieden?), ist Congstar wirklich supi!

congstar - Mobilfunk, DSL, Flat - billig aber fett

Fazit:
Ich kann wie gesagt Congstar wirklich nur uneingeschrängt empfehlen. Günstig und einfach fair. Auch die Geschwindigkeit ist ordentlich. ZUSCHLAGEN! Denn man kann ja im Zweifel nach einem Monat sofort wieder raus! :)

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Augen auf… was anderes!

Sonntag, 18. März 2007

Es ist ja bereits viel zu der Werbekampagne für den neuen Toyota Auris gesagt worden, aber jetzt nachdem wenige Wochen vergangen sind und die Wirkung verpufft, muss ich auch noch kurz meinen Senf dazu geben, bevor die 30 Millionen Werbebudget vollends entschwunden sind!

Man merkt ich bin nicht sooooo begeistert von der Aktion (jedem, der meine Verbindung zu einem anderen japanischen Autohersteller kennt aber auch nicht verwundern dürfte ;) ). Zugegebener Maßen ist die Aktion sehr nett geplant gewesen und es gab ja für eine Zeitlang in Großstädten keine Plakatfläche die nicht mit Toyota Plakaten tapeziert war. Aber mal ehrlich, zu welchem Preis?

Man spricht davon, dass diese Kampagne 30 Millionen Euro verschlungen hat un 148.000 Plakatwände umfasste. Das sind nicht ganz 50% aller Flächen in Deutschland. Das ganze hat sicherlich ordentlich Aufmerksamkeit generiert und Toyota (bzw. Ihre Werbeagentur oder zumindest die Marketingabteilung) können sich auf die Fahne schreiben, dass sie eine so noch nie dargewesene Aktion gefahren haben. Aber ist sie wirklich erfolgreicher gewesen als andere? Habt Ihr nicht auch Leute erlebt, die vor den Plakaten standen und Sachen sagten wie:

“Wenn Toyota soviel Geld dafür aufbringen kann ganze Städte zu zu kleben, wieviel Geld nehmen die eigentlich ein und wieviel Prozent des Autopreises gehen für solche Sachen drauf?”

Bizarr. Je mehr Geld man in Werbung schießt, desto eher scheinen die Menschen darauf zu reagieren wie man es am liebsten vermeiden möchte. Ich erwische mich auch selber immer wieder wenn ich Werbung sehe, dass sich denke: “Wenn sie jetzt schon wieder super sensationelle Sonderpreise in diesem Elektromarkt anbieten, scheinen Sie die Dinger ja nun wirklich nicht los zu werden!”

Außerdem hätte es meiner Meinung nach wesentlich mehr Schulterklopfpotential, wenn Sie ihren übertreuerten Hybrid anders vermarkten würden in der aktuellen Diskussion ;) Aber vermutlich wollen sie den nicht so vermarkten, weil sie bei diesem Modell draufzahlen! ;)

Bei der Toyota Werbung kam die letzten Wochen noch ein entscheidender Faktor dazu. In Städten wie Essen oder Köln, wo die Frequenz der Plakatwechsel relativ hoch ist (weil sie zum Beispiel Messestädte sind) waren die ersten Plakate schon wieder überklebt, als die letzten angebracht wurden (z.B. waren einige “Wechselplakatwände” erst lange nach dem ersten Auris Plakat beklebt).

Ich habe keine Ahnung ob Toyota da gepennt hat oder ob die Stroer da einfach total bescheuert arbeitet, aber jetzt sehen die Plakatwände teilweise so aus. dsc00451.JPGWenn mir da jemand erzählen will, dass Toyota jetzt absichtlich möchte, dass immer genau die Plakate überklebt werden auf denen das Auto zusehen war, … Naja, ich weiß nicht. Leider ist das Bild im Vorbeifahren mit dem Auto entstanden, deshalb ist es etwas ungünstig, aber solche Situationen gab es zig. Am übelsten war es da wo eine Trio aus Plakatwänden gab. Da war regelmäßig das Bild in der Mitte überklebt, dass dann tatsächlich von links und rechts jemand auf z.B. Till Schweiger mit einem Pils schaute. Leider hab ich keine Situation gesehen wo ein anderer Autohersteller den Auris ersetzte, denn das wäre dann das aller Beste gewesen! ;)

Insgesamt finde ich die Aktion gelungen, wenn auch teilweise unterirdisch geplant. Aber jeder keinnt meine Meinung zu solchen Werbekampagnen. Die 30 Millionen hätte man wesentlich wirksamer anlegen können. ;)

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Billiger zu haben als Frau Schmidt aus der Buchhaltung…

Samstag, 6. Mai 2006

Unwissende regen sich über sexistische und verachtende Werbung von Tele2 auf ohne Ahnung von der Materie und den Grundlagen der Spots.

Über Geschmack läßt sich ja bekanntlich vortrefflich streiten. Und das gilt nicht nur für Autos, Kunst, Musik und Frauen (respektive Männer), sondern auch für den Stil und die Machart von Werbung.

Derzeit macht der Telefon- und Internetanbieter Tele2 Werbung für seine “kostenlose” Flatrate. Wir wollen jetzt nicht darüber diskutieren ob dieser Zugang nun wirklich für 0 Eur zu haben ist und ob hier der Verbraucher nicht irgendwie zum Narren gehalten wird. In diesem speziellen Fall geht es mehr um den Werbeträger und den Slogan.

Als Schauspieler für die unterschiedlichen TV-Spots und Plakate hat Tele2 verpflichtet, der dort in seiner Rolle als Bernd Stromberg aus einer im Jahr 2006 gelaufenden Pro7 Serie (die übrigens lobenswerterweise komplett über die Webseite von Pro7 angesehen werden kann) auftritt.
Dieser Typ “is nen janz fiese Charakter” wie der Kölner sagen würde. Als Chef einer Schadensregulirungsabteilung in einer Versicherung schikanierte Stromberg in dieser Fernsehserie seine Mitarbeiter und zeigte seine soziale Inkompetenz durch markige Sprüche und hirnloses Verhalten.

“Geld? Macht doch nicht glücklich… Gemischter Tach in der Sauna und da schön den BimmBamm baumeln lassen, dass macht glücklich!”

Die Serie hatte viele Fans und diese waren vor allem in der von Tele2 vermutlich aversierten Zielgruppe zu finden, junge Männer…
Was auch immer von dieser Serie hält, es ist natürlich ein kluger Marketinggag diese Hauptfigur als Werbeträger für ein Produkt, dass mit kostenloser Verfügbarkeit angepriesen wird, zu nutzen, wenn man die Fans dieser Serie als primäre Zielgruppe hat.

Mittlerweile hat sich sogar eine kleine Fangemeinde entwickelt, die die Produktion einer dritten Staffel fordert. Diese werden direkt angeprochen.

Was stellt man aber nun in den letzten Tagen und Wochen fest? Verschiedene Gruppen halten die Fahne des Protestes hoch in die Luft. “Sexistisch” sei die Werbung und “ohne jeden Geschmack”. Aber nicht nur die Kaffeekränzchenparolen der weiblichen Konsumenten, nein, auch die Kritik von Expertinnen, die eigentlich wissen sollten wie man sich mit Hintergrundinformationen versorgt, schallt einem entgegen.

Eins der letzten Beispiele ist Venus FM auf WDR5. Dort verlass eine Journalistin/Redakteurin (Imke Markgraf) ihren Kommentar zu dieser Form der Werbung, wobei Sie sich im Besonderen über den Slogen aufregte.

Billiger zu haben als Frau Schmidt aus der Buchhaltung…

Offensichtlich hatte Frau Markgraf keine Ahnung, dass alle in der Tele2 benutzen Slogans und die von Herrn Herbst verkörperte Figur Teil einer Fernsehserie waren bzw. sind. Anstatt sich nun darüber aufzuregen, dass die Sprüche das Blödeste sind und wir doch “sicherlich wissen, dass die Frau Schmidt aus der Buchhaltung unbezahlbar ist”, und damit in das immer gleiche Horn der “Zu Hülf, schon wieder wurde eine barbieartige Frau als Werbeträgerin mißbraucht und jetzt wird sogar schon wieder abfällig über Frauen im Werbefernsehen hergezogen”-Frauen zu tröten, hätte Frau Markgraf einmal hinter die Kulissen schauen können.

Ich werde mich jetzt bestimmt nicht aufregen, wenn die nächste ColaLight Reklame auftraucht und man sich im Hochsommer als Mann wieder anhören muss: “Warum kannst du eigentlich nicht so sexy aussehen, wenn du unseren Kühlschrank nachfüllst?”. Ich werde auch nicht nur kurz an die alte Spontexwerbung erinnern, in der der Mann als Putzschwamm mißbraucht wird oder an den Zewa-Spot indem der Mann als letztes Übel einfach weggewischt wird.
Ganz aktuell auch die Werbung von Senseo, bei der sich die Kaffee genießende Frau wünscht, dass Ihr Freund von der Klippe stürzt, damit sie in Ruhe weiter das Bohnenheißgetränk verkosten kann.
Aber kann man sich denn nicht einfach mal über solche Spots amüsieren ohne gleich wieder die Moralkeule rauszuholen?

Da die Spots ja soger aus dem Download verschwunden sind, den Tele2 angeboten hatte (keine Sorge, einen Spot hatte ich im Internet aufgespürt und diesen hier angehängt) und auch der Slogan dort jetzt viel entschärfter klingt.

Da für einige Zeit alle Spots auf der Tele2 Seite nicht mehr downloadbar waren (inzwischen sind sie wieder da) und auch der Slogan dort entschärft wurde:

“Ich rieche ja ein gutes Angebot wenn ich es sehe”

könnte es sogar sein, dass Tele2 von irgendwelchen Stellen (Hallo Emma? Hallo Alice Schwarzer?) ordentlich Druck bekommt. Aber wann werden die Kritiker verstehen, dass Werbung nicht allen gefallen kann, wenn sie erfolgreich sein will. Marketing ist keine Demokratie und letztlich zählt wieviel Produkte man verkauft.
Wie auch immer! Mir gefällt als begeisterter Zuschauer der Serie die Werbung und ich bin mit Sicherheit in der Zielgruppe zu verorten ;-) . Ich bin mal gespannt ob nun alle Tele2 Plakate verschwinden.

Gedanken? Kommentieren! (Auch Frau Schwarzer darf und sollte! ;-) )

Edit: Ganz im Gegensatz zu einer Werbung mit Konzept und Hintergrund steht übrigens diese hohle Alice-Werbung für das ISDN und DSL Angebot von Hansenet. Wann werden die Marketinggurus endlich lernen, dass es mit einer hübschen Frau alleine nicht getan ist (die übrigens zu krasse Augenbrauen hat, aber egal…). Das ist zwar auch nicht umbedingt zu verurteilen, aber schon niveaulos und mit sicherheit ziemlich beschränkt.

Edit: Nur weil ich jetzt schon zweimal gefragt wurde: Das Model, dass in der Alice Werbung zu sehen ist heißt mit Namen Vanessa Hessler und kommt aus Rom. Angeblich war sie 17 als die Kampagne erstellt wurde! 
Wen zur Hölle interessiert sowas? :-)

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