Sascha Postner macht Jagd auf Kommunikation, Webstandards und Public Relations

 

Archiv für die Kategorie „Literatur“

Buch: Forms that Work

Sonntag, 6. September 2009

Forms that WorkAuf Empfehlung von Sylvia Egger fand die letzte Woche das Buch “Forms that Work” von Caroline Jarrett und Gerry Gaffney (ISBN: 1558607102 | 23,95 €) den Weg auf meinen Nachttisch. Wie dem Untertitel “Designing Web Forms for Usability” zu entnehmen ist, geht es um die professionelle Gestaltung von Webformularen.

Die Autoren legen viel Wert darauf, dass es in diesem Buch nicht um die technische Umsetzung der Ratschläge geht. Viel mehr gilt es ein Gefühl für die Usability Probleme der User zu gewinnen und die Bedeutung von Usability Tests zu begreifen.
Darüber hinaus werden aber auch praktische Guidelines und Fallstricke beschrieben. Jarret und Gaffney orientieren sich hier an den drei Grundpfeilern von Formularen: Der Beziehung zum User, der Interaktion und der Optik.

Vorschusslorbeeren erhielt das Buch für mich bereits durch das Vorwort von Steve Krug. Und ähnlich wie sein gar nicht oft genug gelobtes Werk “Don’t make me think” ließt sich auch dieses Buch locker innerhalb eines Nachmittags und wirkt durch die vielen Illustrationen, Screenshots und Karikaturen sehr kurzweilig. Es macht einfach Spaß die Fallbeispiele (von teilweise namhaften Webseiten) durchzugehen und sich die Verbesserungen von Jarrett und Gaffney zu erarbeiten. Hier kommt durch gedankenanregende Fragen auch der Leser ins Spiel.

Nachdem das Buch über mehrere Kapitel zeigt worauf es beispielsweise ankommt wenn persönliche, sensible Daten abgefragt werden, wie Pflichtfelder sinnvoll ausgezeichnet werden sollten und wie man Fragen so stellt, dass diese einfach zu beantworten sind, wird abschließend noch auf den Bereich Usability Tests eingegangen. Sinnvoll ergänzt wird das Buch dann an dessen Ende durch eine ausführliche Literaturliste mit Lesetipps rund um den Bereich Formulare und Usability.

Als Fazit mag der “Blurb” von Jakob Nielsen dienen.

“The humble form: it may seem boring, but most of your website’s value passes through forms. Follow Jarrett & Gaffney’s guidelines, and you’ll probably double your online profits.” – Jakob Nielsen, Principal, Nielsen Norman Group

Ich schätze Jakobs Expertiese und kann mich dieser Meinung nur vollständig anschließen. Wer die Conversion seiner Formulare steigen möchte oder einfach nur vermeiden will, dass User beim Ausfüllen der eigenen Formulare oft frustriert abbrechen sollte bei diesem Buch zuschlagen!

Links zum Artikel

“Forms that Work” bei Amazon
Die Webseite zum Buch.

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BarCampCologne3 Tipps, Links und Kommentare

Sonntag, 14. Juni 2009

Das BarCampCologne 3 war ein voller Erfolg. Danke auch an QSC für die tollen Räumlichkeiten und das super Essen. Ausführliche Berichte gibt es bereits einige. Daher hier nur meine gesammelten Notizen zu den zwei Tagen (den Rest nimmt man wie immer im Kopf mit ;) ).

Weblinks/Tools:

  • Prezi.com: Präsentationstool im Web 2.0. Ich kannte es bisher nicht. Trotz starker Einschränkungen ist es mal was ganz Neues. Basiert nicht auf einzelnen Slides sondern auf einem Bewegungs- und Zoompfad. (Beispiel: Just another headhunter von @zeniscalm )
  • Photoshop-scoop.de: Photoshop Tutorials in unregelmäßigen Abständen publiziert. (z.B. Klare Haut ohne Porenverlust) Teilweise sehr beeinduckend. Leider das Haare-freistellen Tutorial vom BCC3 nicht online.
  • Evernote: Plattformübergreifende Software für Notizen etc.  Clients für Windows, Mac, iPhone, BlackBerry, WinMobile etc. Funktioniert sehr gut. Highlights unter anderem die OCR. Du photografierst einen Notizzettel mit dem iPhone und die Schrift wird für die Suche indexiert.

Zeitmanagment:

Ein paar Gedanken die ich aus den zwei tollen Zeitmanagment Sessions mitgenommen habe.

  • „Wenn du es besonders eilig hast, gehe langsam“ Chinesisches Sprichwort
  • „Es kommt nicht darauf an viel, sondern das richtige zu tun!“
  • Analogie: Terminplanen ist wie einen Eimer mit Steinen, Kies, Sand und Wasser füllen. > Zuerst die großen Sachen rein, der Rest passt drumrum.
  • Verplane nie mehr als 50% des Tages.
  • Buchtipp: Getting Things Done. The Art of Stress-Free Productivity (Taschenbuch) von David Allen. Jeder klagt darüber: Zuviel Arbeit und zuwenig Zeit. Doch wie organisiere ich meine tägliche Arbeit so, daß ich leistungsfähig und effizient bin, ohne mich dabei kaputtzumachen, ja dabei sogar noch Spaß habe? Ob es nun um die Bewältigung der täglichen E-Mail-Flut geht oder um das Jonglieren mit eiligen Terminen: Mit ganz einfachen, anwendungsorientierten Strategien zeigt David Allen, wie man seinen Alltag in den Griff bekommt. Sein Schlüsselwort wird jeder gerne hören: Entspannung. Wer entspannt und überlegt seinen Tag angeht, wird kreativer, effizienter und wirklich produktiv sein.

Präsentationen:

Und ein paar Stichpunkte zu besseren Präsentationen.

  • „Wer sein Thema erschöpfend bearbeitet, erschöpft meist nur seine Zuhörer!“
  • Folien sind kein Handout -> Sie sollen dich nur unterstützen.
  • Wenn die Zuschauer zu lesen anfangen, hast du schon verloren.
  • Ideale Schriftgröße für Folien: Alter der ältesten Person durch 2 = min. Schriftgröße.
  • Vermeide zuviel Zeugs auf den Folien. Das sollst DU erklären.
  • Don’t Make Me Think!
  • Presentation Mode für PowerPoint. War mir noch gar nicht bekannt. Nicht so cool wie auf dem Mac, aber ziemlich hilfreich.
  • Buchtipp: Presenting to win – the art of telling your story. von Jerry Weissman – Das beste Buch das ich kenne, wenn es um Präsentationstechniken geht.

iPhone:

Dank ermutigender Hinweise beim BCC3 ist mein iPhone jetzt auch geJailbreaked. Bin begeistert! Tipps und die richtige Software für die Prozedur unter: http://blog.iphone-dev.org/

Bücher:

Folgende Bücher sind ansonsten von uns besprochen worden (Danke an ). Sind einige gute Tipps dabei. Kurztexte teilweise von Amazon:

  • How to win friends and influence people von Dale Carnegie – Wenn ich ein Buch nennen sollte, welches ich jedem empfehlen würde, dann dieses. Auch wenn es aus den 30er Jahren ist, so ist es immer noch eines der besten Bücher wenn es um Softskills und den Umgang mit Menschen geht.
  • The Mythical Man Month: Essays on Software Engineering von Frederick P. Brooks Jr. – Ebenfalls ein älteres Buch (1975), aber leider im Bereich Software-Entwicklung Software Management immer noch sehr aktuell. Es zeigt sehr schön, wie wenig aus den Fehler gelernt wird. Aka: Wenn 10 Entwickler einen Monat brauchen, brauchen 20 nur einen halben.
  • Der Termin von Tom DeMarco – ein Roman über Projektmanagement. Tom DeMarco gibt mit diesem Roman einen schönen Überblick über seine Ansichten zum Projektmanagement und wie wichtig ihm der Fokus auf die Menschen ist. Gut und spannend zu lesen, vor allem im Vergleich zu den sonst so üblichen trockenen Sachbüchern.
  • The Game von Neil Strauss – im dt. “Die perfekte Masche”. Ein Buch, das einen bizarren aber auch faszinierenden Einblick in die Welt der sogenannten “Pick-up Artists” gibt. Aber auch einen sehr schönen Anreiz gibt, selber aus der eigenen Welt auszubrechen und zeigt, dass es nicht schwer sein muss fremde Frauen (Menschen) anzusprechen.
  • Death March von Edward Yourdon. In der Softwareindustrie kommt es immer häufiger zu sogenannten “Death-March-Projekten”. Die Symptome dieser “Todesmärsche” sind allgemein bekannt: Der Zeitplan, das Budget und die Zahl der Mitarbeiter des Projekts betragen ungefähr die Hälfte des zur Durchführung notwendigen.
  • Wreck this journal von Keri Smith. For anyone who’s ever wished to, but had trouble starting, keeping, or finishing a journal or sketchbook comes Wreck This Journal, an illustrated book that features a subversive collection of prompts, asking readers to muster up their best mistake- and mess-making abilities to fill the pages of the book (and destroy them).
  • Guerilla gardening von Richard Reynolds. Saatbomben, Tomatenpflanzen auf Abrissplätzen, Moosbilder an Betonmauern: Eine besondere Form des Gartenbaus, unter dem Namen »Guerilla Gardening« erstmals im Manhattan der Siebzigerjahre bekannt geworden, ist zu einer weltweiten Bewegung angewachsen und gewinnt immer mehr Anhänger. Gärtnern ist cool geworden!
  • Guerilla art kit von Keri Smith. We are living in what some have called a golden age of self-expression. The explosion of user-created content on blogs and social networking sites moved Time magazine to name “You” their 2006 person of the year. But while we may be spending a lot more time in virtual worlds, we have not lost the urge to make our physical world more meaningful. By leaving art and ideas in public places, you can affect someone’s day—change their mood or their mind—and maybe even change the world in the process!
  • Don’t make me think von Steve Krug. Usability design is one of the most important though often least attractive tasks for a Web developer. In Don’t Make Me Think, author Steve Krug lightens up the subject with good humour and excellent to-the-point examples.
  • Die Stunde der Stümper von Andrew Keen. Ein scharf formuliertes Plädoyer gegen die absurden Auswüchse der großen Verdummungsmaschine, die sich Internet nennt. (Laut Tipp: Absoluter Müll, den man genau deshalb lesen sollte. “Self-Marketing durch Internetbashing!”)
  • Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams. Da muss man vermutlich nicht mehr viel zu sagen! :) 42 halt!
  • Defensive Design for the Web Let’s admit it: Things will go wrong online. No matter how carefully you design a site, no matter how much testing you do, customers still encounter problems. So how do you handle these inevitable breakdowns? With defensive design. In this book, the experts at 37signals will show you how”

Eine gute Liste mit Büchern für Software Entwickler/Designer und Projektmanager findet sich auch bei Joel Spolsky:www.joelonsoftware.com

Technorati: Technorati Profile

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Webstandards Magazin kurz vor Veröffentlichung

Donnerstag, 15. Januar 2009

webstandardsWer sich ambitioniert mit standardbasiertem Web-Design auseinandersetzt merkt schnell, dass es zwar mittlerweile einges an Fachliteratur zu Themen wie Barrierefreiheit oder Usability gibt, aber ein bemerkenswerter Mangel an aktuellen und regelmäßig erscheinenden Fachmagazinen herrscht. Zeitschriften und Magazine wie c’t, InternetWorld, Page und viele andere mehr beleuchten bestimmte Aspekte des Handwerks “schicke Webseiten bauen” meist nur aus ihrem spezifischen Blickwinkel und legen den Fokus auf ihre jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkte . Einen modernen, ganzheitlichen Ansatz, also quasi ein Magazin für den “All-Inklusive-Web-Designer”, suchte man bisher vergebens.

Wie ich nun bei der Vorbereitung einer neuen Technikwürze-Folge herausgefunden habe, dürfte sich dieser Zustand offenbar mit der Veröffentlichung des “Webstandards-Magazin” aus Düsseldorf demnächst ändern. Herausgeber sind Jörg Morsbach und Ansgar Hein von anatom5, die sich unter anderem auch für den Barrierekompass verantwortlich zeichnen. Unterstützt werden die beiden in der Redaktion von Sylvia Egger, ebenfalls ihres Zeichens ein aktives Mitglied der Webkrauts.

Auf Rückfrage durfte ich zusätzlich einige verlockende Informationen zu diesem vielversprechenden Projekt erfahren. Geplant sind derzeit 4 Ausgaben pro Jahr mit jeweils rund 100 Seiten Umfang. Für die erste Ausgabe, deren Erscheinen für den 27.03.2009 geplant ist, liegt der Schwerpunkt auf Fachartikel zu “E-Commerce”. Aber auch die für die Zukunft geplanten Themen klingen interessant.

Auszug aus dem Themenplan:

  • CSS3 im Browser-Test
  • Schriftprobleme lösen: @font-face, typeface.js oder sIFR
  • Unobtrusive JavaScript & jQuery-Tutorial
  • Goldene Regeln für gutes Shop-Design
  • Einsatzfelder für WAI-ARIA
  • Mikroformate vs. RDFa
  • Großer E-Payment-Guide plus Checkliste

Der primäre Vertriebsweg wird das Abonement sein, bei dem der Jahrespreis mit 25 Eur etwas günstiger ist, als die Summe der Einzelpreise (7,80 Eur). Dennoch wird das Webstandards-Magazin bei einer geplanten Auflage von 10.000 Stück wohl auch in ausgewählten Städten sowie im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel zu finden sein.

Wer Interesse an diesem Projekt hat und wie ich gespannt ist ob die Ausgaben halten, was die ambitionierten Ziele versprechen, der kann sich auf der Webseite in den Newsletter eintragen und in Kürze bereits ein Abo vorbestellen.

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Website-Konzeption – Von der Idee zum Storybord

Freitag, 15. Juni 2007

Auch wenn diese Rezension schon bei Technikwürze (auch zum nachhören) erschienen ist möchte ich Sie den vorbeistolpernden Lesern hier nicht ersparen. ;)

Ich möchte Euch heute ein interessantes Buch zum Thema Website-Konzeption mit gleichnamigem Titel vorstellen.

Website-Konzeption – von der Idee zum Storybord” ist im
Galileo Press Verlag” in der Edition PAGE erschienen, eine Reihe die zumindest mir vorher nicht aufgefallen ist, die aber schon durch die Kooperation mit der Zeitschrift PAGE einem gewissen Qualitätsanspruch verpflichtet sein sollte.

9783898421522.gifGalileo Press war mir bis dato eher durch Bücher zu Programmiersprachen, SAP, Programmen etc. untergekommen, hat aber wie ich jetzt festgestellt habe auch einige Bücher im Angebot, die für Webdesigner jenseits von Software und Bildbearbeitung von Interesse sein dürften.
“Website-Konzeption” liegt mir als Hardcoverversion vor, die mit 49,90 Eur Preis nicht zu teuer allerdings auch kein Superschnäppchen ist.

Verfasst wurden die 287 Seiten plus Anhang von zwei Autorinnen, Maria Grotenhoff und Anna Stylianakis (man beachte die sicherlich noch nie erwähnte Parallele zwischen dem Nachnamen und „Style“). Beide arbeiten bzw. haben bei der “Pixelpark AG”:http://www.pixelpark.com gearbeitet, einer bekannten, großen deutschen Kreativagentur aus Berlin.
Wir dürfen also getrost davon ausgehen, dass einem in diesem Werk fundierter Background und einige Insights in umfangreiche Agenturabläufe geboten werden. Schließlich haben beide Damen langjährige Praxiserfahrung.

Das Buch empfängt den Leser mit dem Anspruch “alle Aspekte der inhaltlichen Konzeptentwicklung für professionelle Websites“ zu beschreiben, ein Selbstverständnis, dass weit reicht und eine enorme Komplexität umfasst. Ich gebe daher zu, dass ich die Lektüre mit gemischten Gefühlen begonnen habe, denn dieser Stoff verspricht aus seiner Natur heraus nicht ein so leichtes beschwingtes Lesen wie es z.B. “Don’t Make Me Think“: von Steve Krug ermöglicht.

Dazu kommt, dass deutsche Autoren, gerade wenn sie studiert sind und Agenturerfahrung haben dafür berühmt sind fachsprachlich ein hohes Niveau zu fahren und sich lieber kompliziert als einfach auszudrücken. So zumindest mein persönliches Vorurteil.
Doch „Website-Konzeption“ ist hier meiner Meinung ein erfrischendes Exemplar, dass all meine Befürchtungen und Vorurteile in diese Richtung widerlegt. Die Autorinnen geben sich wirklich Mühe eine einfache Sprache zu verwenden und komplexere Fachtermini im Zweifel lieber zu erklären als den Leser dumm sterben zu lassen. Hinzu kommt, dass das Buch eine exzellente Struktur aufweist.

Man findet sich auf Anhieb zurecht und kann dank der farbigen Gliederung und leicht zu durchschauender Überschriften auch später immer wieder schnell nachschlagen.
Im Prinzip durchläuft man als Leser chronologisch die einzelnen Projektphasen die bei der Konzeption und Umsetzung einer Website durchlaufen werden. Diese liefern gleichzeitig auch die Oberkapitel.
Das sind im Einzelnen die Definitionsphase in der die allgemeine Strategie entwickelt wird, die Kreationsphase in der es um Ideenentwicklung und MainIdea geht, die Umsetzung mit der Erstellung des Grobkonzepts, gefolgt vom Feinkonzept hier in die Entwicklungsphase einsortiert und im Anschluss die Produktion mit Tests und Begleitung.

Jedem Kapitel sind ein paar Seiten angehängt indem die Inhalte der vorgestellten Abschnitte an einem Paxisbeispiel exemplarisch vollzogen werden. Dabei handelt es sich um die Entwicklung der Webplattform Stylepark.com, die scheinbar im März 2001 gelaunched wurde, zum heutigen Zeitpunkt aber leider bereits ein anderes Konzept und Design hat.
Ein letztes Kapitel führt noch einmal unzählige neue Praxisbeispiele auf, die gute Anregungen geben.
Eine weitere Hilfe sind Warnungen, Tipps & Tricks, Hinweise und Step-by-Step Anleitungen, die als Ergänzung am Rand der Seiten zu finden sind und die ebenfalls mit farbigen Icons markiert wurden. Diese Grafiken sind zwar nach meiner Vorstellung nicht wirklich intuitiv gewählt, helfen aber während der Lektüre dennoch sich immer wieder zu orientieren, zumal die Inhalte dieser Zusatzinformationen sehr hilf- und lehrreich sind.

Der Background der Autorinnen lässt bereits erahnen woher die Praxisbeispiele stammen und wie die Dimensionen der Abläufe, Konzepte und Projekte die exemplarisch in diesem Werk beschrieben werden geartet sind. Es sind also eher große Agenturen, die sich in diesem Buch wiederfinden werden und sich mit einem „Stimmt, so ähnlich läuft das bei uns auch!“ darüber freuen können.

Das soll aber nicht bedeuten, dass der allein arbeitende Webdesigner oder die kleine Kreativagentur mit wenigen Mitarbeitern nicht zu diesem Buch greifen sollte. Ganz im Gegenteil.
Es mag bei einfacher Betrachtung nicht sinnvoll sein sich mit einem Ablauf auseinander zusetzen, in dem mehr Menschen mit unterschiedlichen Funktionen beteiligt sind als man selber Kunden hat, aber die Tipps und Hinweise in diesem Buch erscheinen mir gerade für diese Leserschaft extrem wertvoll zu sein.

Während meiner Arbeit mit Kunden, meiner Tätigkeit als Berater von Firmen, die kleine und mittlere Agenturen beschäftigen und meinen Unterhaltungen mit Kleinagenturen wird mir immer wieder bewusst, dass viele im Laufe der Zeit erst schmerzhaft die Erfahrungen machen müssen, die hier teilweise gebündelt angesprochen werden.
So wird zum Beispiel darauf hingewiesen, wie wichtig es schon zu Beginn des Projekts ist festzustellen ob Ansprechpartner auch Entscheider sind (was selten der Fall ist und dadurch häufig zu kompletten Überarbeitungen in späten Projektphasen führt) oder die Bedeutung von Zwischenabnahmen und Tests hervorgehoben.

Ich würde behaupten, unsere kleine Agentur einige Rückschläge und Probleme erspart hätte wenn wir früher den ein oder anderen Tipp bekommen hätten, der in diesem Buch zu finden ist. Auch wenn aus der Erfahrung heraus einiges Selbstverständlich erscheint, so erinnere ich mich doch noch sehr gut daran, wie gerne man als Agentur am Kunden vorbeiredet und als Kunde Dinge als selbstverständlich annimmt, die die Agentur nicht einkalkuliert hat.
Ebenfalls gut gefallen haben mir die Inhalte rund um die Entwicklung und Produktion. Hier kann sich vermutlich jeder noch eine Scheibe abschneiden. Dabei sollte allerdings jedem Leser vorher klar sein, dass es hier nicht um technische Umsetzung geht sondern eher um die Planung und die gesteuerte Produktion.

Stichworte wie Assets, Versionskontrolle, CMS und vieles mehr werden sinnvoll eingeführt und können den Horizont vieler Leser sicherlich erweitern.
Obwohl das Buch an manchen Stellen auch mal etwas „Blub“-lastig ist (braucht man wirklich 6 Seiten über Kreativitätstechniken wie Brainstorming?) und das ein oder andere Praxisbeispiel durchaus einen leichten Duft von (Selbst-)Beweihräucherung verbreitet, halte ich es für überaus kaufenswert.

Das Buch empfiehlt sich meiner Meinung nach für jeden der einen detailierten Überblick darüber bekommen möchte wie ein Webprojekt vom A bis Z konzeptioniert wird. Egal ob man als fachfremder Quereinsteiger in eine Agentur kommt, sich nach dem Studium an einem Praktikum versucht oder als freier Webdesigner seine eigene Kundenkommunikation verbessern will, „Website-Konzeption“ kann wertvolle Hinweise liefern. Ohne technischen Schnickschnack zeigen die Autorinnen auf, was zu beachten ist und wo die größten Fallstricke liegen.
Dabei kann man den Ablauf sicherlich auch als Anleitung betrachten, die große Stärke des Buches liegt aber sicherlich darin sich Fragmente als Anregungen und Ergänzungen für den eigenen bereits etablierten Arbeitsablauf zu extrahieren und so den eigenen Workflow zu stärken und nicht zu versuchen die skizzierte (sicherlich sehr Pixelpark beeinflusste) Arbeitsweise 1-zu-1 zu kopieren.

Doch auch für Kunden kann die Lektüre sehr anregend und hilfreich sein. Einsichten darüber wie in Agenturen so „getickt“ wird, helfen ein beidseitiges Verständnis herzustellen und Arbeitsabläufe besser zu verstehen. Zudem ermöglichen einige Erkenntnis sicherlich auch den ein oder anderen Bluff einer Agentur bereits im Pitch zu enttarnen oder durch gezielte Nachfrage nach bestimmten Arbeitsschritten mehr Planungssicherheit für den Kunden zu erzeugen.
Von mir also 2 Thumbs up für „Website Konzeption – von der Idee zum Storybord“. ;)

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DOM Scripting – Jeremy Keith

Sonntag, 18. Juni 2006

dom.jpgDieses Buch hatte ich auch bereits in unserem Podcast empfohlen. Es handelt sich um ein Sach- und Trainingsbuch, dass uns Leser in die wunderbare Welt des “Document Object Model” Scripting einführen will.

Ohne hier erschöpfend erklären zu können was es mit diesem DOM auf sich hat und wozu es gut ist, sei folgendes dazu gesagt.

Das “Document Object Model” und dessen Verwendung hilft Webseiten dynamischer zu machen und mit ein bißchen mehr Coolness zu versehen.

Der Autor Jeremy Keith gibt sich große Mühe nicht zuviel vorauszusetzen und beginnt mit einer kleinen Einführung zum Thema Javascript, mit dem man das DOM manipuliert.
Ich glaube, dass Menschen, die sich noch nie mit einer Programmiersprache befasst haben dennoch schwierigkeiten haben werden. Das liegt aber nicht am Buch sondern daran, dass man sich in die Verwendung von Arrays und Funktionen erst einmal hineindenken muss.

Für Webdesigner wie mich ist es ein tolles Buch, dass an schönen Beispielen erklärt, wozu man diese Technik nutzen kann, wie sie sinnvoll eingesetzt wird und wobei man besonders aufpassen muss. Ich kenne mich etwas mit PHP aus und habe auch schon das ein oder andere JS verändert, aber diese Einführung hat mir einige neue Wege in die Welt der Webstandards geöffnet,
Jeremy Keith erklärt hervorragend was es mit der Dreiteilung (XHTML, CSS und DOM) auf sich hat. Außerdem ist mir endlich klar geworden was “unobrusive Javascript” eigentlich genau ist und wie man dadurch das Verhalten von der Struktur der Webseite trennen kann. Es geht eigentlich nie zu schnell, eher mal zu langsam.

Das ist auch gleichzeitig der einzige Kritikpunkt. Teilweise machen mal ein paar Seiten Quelltext das Ende eines Kapitels aus. Danach werden dann erneut Teile der Funktionen auseinander genommen, die bereits in vorhergenden Kapiteln erläutert wurden.

Aber so sind sie die Amerikaner. :-) Produzieren leicht lesbare Sach- und Fachbücher, deren Lektüre wirklich freude macht, aber manchmal wiederholen sie sich so oft, dass man ganze Kapitel überspringen möchte. Ich wünschte, dass könnte ich von meiner deutschen Studienlektüre auch sagen! ;-)

Ich würde sagen, was “The Zen of CSS Design” für Cascading Style Sheets ist, ist “DOM Scripting” für Direct Object Modelling. Also kaufen!

Update: Auch Jeremey Keith ließt diesen Blog ;-) Bzw. sein Verlag oder Webmaster scheint deutsch zu können, denn seit kurzem ist ein Zitat von mir auf seiner Homepage: http://domscripting.com/book/ (ganz unten).

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